Guten Morgen

Morgenkaffee Die erste Ernüchterung hat sich bei Blendle eingestellt, das heißt besser bei mir. Und das hat weniger mit Blendle zu tun als mit der Qualität der angebotenen Texte. Zwar ärgert mich an Blendle, dass ich keine Artikel empfehlen kann, die ich in einer gekauften Zeitung gelesen habe, denn ich werde mir den Artikel ja nicht extra kaufen, nur um ihn empfehlen zu können (oder machen das wirklich Leute?). Aber wieso sollte sich sowas nicht ändern lassen?

Vielleicht kann man das am Artikel im Tagesspiegel deutlich machen, der von einem Flüchtling handelt, der das erste Mal das Oktoberfest besucht. Eine naheliegendes Journalistikstück über ein Alien, das auf eine andere Welt trifft: Bayern. Und dann liest man den Anfang des Textes und alles klingt nach einer Schablone, die eine Journalistenazubine unbehende anlegt. Das Witzigste ist noch, das unter dem Anreißer angeboten wird, den Text auf Blendle anzuklicken, und wenn man gerade bei Blendle eingeloggt ist, kauft man den auch schon direkt. Aber ansonsten ernüchtert sowas den Leser nur. Zumindest wenn ich der Leser bin.

Ich habe mal Ernst Tugendhat getroffen und er erzählte von langweiligen Themen, mit denen Studenten auf ihn zukamen, worauf er sie fragte, ob sie nicht etwas Inspirativeres hätten.

Und während ich mir die Frage stelle: Kann man dem deutschen Journalismus in seiner kapitalistischen Beengung noch Leben zurückgeben? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Die neue Idee der IVZ

Oh, POPCORN! Der Geschäftsführer der IVZ erklärt auf dem derzeitigen Treffen des BDZV das Konzept der IVZ, die die Anwesenden nicht so gut kennen.

11.06 Uhr

Ein Lokalverlag habe ganz andere Probleme als ein Regionalverlag oder ein großes Medienhaus. Rieping präsentiert die hauseigene Digitalstrategie – die der kleine Verlag für die Region entwickelt hat. Dazu gehört: eine harte Paywall. Heißt: Nur wer zahlt, bekommt Inhalte aus dem Hause ivz.

Ja, natürlich: Nur wer Geld zahlt, kann hinter diese harte Paywall gucken. Die ist ja so hart, diese Paywall. Geradezu undurchdringlich. Wäre ja noch schöner, wenn man einfach direkt auf Inhalte zugreifen könnte. Tja, und das besonders Harte ist ja, dass immer weniger Leute bereit sind, dafür zu bezahlen.

11.11 Uhr

Einer der Clous der Strategie: viel Videojournalismus. „Jeder Lokalredakteur macht auch lokale Videos“, sagt Rieping.

Echt? Jeder? Ich dachte, das wären eher die Aushilfskräfte. Wie man sich irren kann.

Ein weiteres Schmankerl in Ibbenbüren: Alle Zeitungsausgaben seit 1898 wurden digitalisiert, die Leser können darin recherchieren.

Wobei die Ankündigung auf Lesernachfrage, dass es bald eine Suchfunktion gäbe, doch auch schon anderthalb Jahre alt ist.

11.17 Uhr

Eine neue Idee der ivz: Die Lokalredaktionen werden in zehn „Themenwelten“ unterteilt – von Lokalpolitik über „Blaulicht“ bis Gesundheit. Er präsentiert ein Diagramm dazu, viele Anwesende zücken ihr Smartphone für ein Foto. Rieping erntet Applaus für das Lokalverlagskonzept, die Medienmacher scheinen angetan.

Das ist verständlich. Großartige neue Idee einer Zeitung, die den Mantelteil nicht selber macht. Das sieht man ja auch auf der Internetseite, wo all diese Punkte auftauch…, Moment, nee, ich bin gerade auf der Seite der Rheinischen Post, wo man all diese Punkte findet, auf der der IVZ kommen die wohl erst noch. Aber gut: Auf der Seite der IVZ ist das sicherlich eine neue Idee.

Aktualisierung 3.11.2015
Inzwischen hat man wohl an der Bezahlschranke gearbeitet und so wie verlinkt lassen sich die Artikel nicht mehr anzeigen.

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Lesezeichen vom 22. September 2015

Lesezeichen von heute

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