Botho Strauß’ Deutschlandsorge

Wer hat Botho Strauß nur so ins Hirn geschissen?

Die Sorge ist, dass die Flu­tung des Lan­des mit Frem­den eine Mehrzahl solch­er bringt, die ihr Fremd­sein auf Dauer bewahren und beschützen. [..] Dank der Ein­wan­derung der Entwurzel­ten wird endlich Schluss sein mit der Nation und ein­schließlich ein­er Nation­al­lit­er­atur. Der sie liebt und ohne sie nicht leben kann, wird fol­glich seine Hoff­nung allein auf ein wieder­erstark­tes, neu entste­hen­des „Geheimes Deutsch­land“ richt­en.”
                     Botho Strauß: Der let­zte Deutsche

Da fällt mir immer das ein:

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Rainer Erlinger über too much information

Der Haus- und Hof-Philosoph der Süd­deutschen Zeitung hat sich mit dem Begriff too much infor­ma­tion beschäftigt. Eine Mut­ter schreibt ihm, dass ihre Tochter ihr eine Frage gestellt hat, bei der Antwort aber gar nicht lange zuge­hört hat, weil — auf Nach­frage — die Antwort ihr nicht hil­fre­ich erschien. Die Mut­ter fragt, ob es nicht moralisch geboten sei, als Fra­gen­der unab­hängig vom eige­nen Gedanken, ob die Antwort hil­fre­ich ist, der Antwort zuzuhören.

Erlinger meint, dass es bei diesem Fall u.a. um die Frage gin­ge, wo man die Gren­ze, ab der man nicht mehr zuhören muss, find­et. Offen­bar ist das eine philosophisch zu klärende Frage für Her­rn Erlinger. Da hätte ich gerne mal gewusst, wieso das denn der Fall ist.

Erlinger behan­delt den Fall des Auskun­ft­suchen­den:

Wenn man von jeman­dem etwas wis­sen will, benutzt man ihn als Mit­tel zur Erlan­gung dieser Infor­ma­tion. Aber der­jenige bleibt eigen­ständig sowohl in der Entschei­dung, ob er oder sie antwortet, als auch darin, was und wie umfan­gre­ich. Unter­bricht man ihn jedoch, weil man das, was er antwortet, doch nicht wis­sen will, zeigt man, dass man nur an ein­er bes­timmten Infor­ma­tion inter­essiert ist, nicht aber an dem, was der andere zu diesem The­ma sagen will. Man reduziert ihn tat­säch­lich auf ein Auskun­ftsmit­tel.

Erlinger sieht nur an ein­er Stelle eine Berech­ti­gung, den Auskun­ft­geben­den zu unter­brechen:

wenn die Antwort nicht mehr für den Fra­gen­den erfol­gt, son­dern umgekehrt der Antwor­tende den Fragesteller als bloßes Mit­tel für seine Selb­st­darstel­lung gebraucht. Dann gilt: TMI.

Erlinger tut lei­der so, als sei es so sim­pel aus ein­er For­mulierung von Kant einen kat­e­gorischen Imper­a­tiv für alle Men­schen zu zaubern. Dem ist nicht so. Zunächst ein­mal han­delt es sich im vor­liegen­den Fall um eine pri­vate Kom­mu­nika­tion, bei der nicht zwin­gend kat­e­gorische Imper­a­tive eine Rolle spie­len.

Wenn ich jeman­den um Rat frage, dann impliziert das nach Kant möglicher­weise einen kat­e­gorischen Imper­a­tiv. Nahe­liegend wäre, dass er bein­hal­tet, dass jemand bei ein­er Frage best­möglich antwortet, so wie man selb­st es wün­scht, dass ein jed­er bei ein­er solchen Frage best­möglich antwortet. Ein Bruch dieses Abkom­mens wäre es, bei ein­er Gegen­frage für eine Beant­wor­tung nicht zur Ver­fü­gung zu ste­hen, ger­ade wenn ich über eine hil­fre­iche Antwort ver­füge. Im Beispiel, dass Erlinger bear­beit­et, ist aber genau das der Fall: Die Tochter antwortet der Mut­ter auf deren Gegen­frage. Die Tochter betra­chtet die Mut­ter dem­nach ger­ade nicht lediglich als Mit­tel, denn sie reagiert so, wie es mit dem oben geschilderten Imper­a­tiv gefordert wird.

Erlinger müsste erk­lären, weswe­gen ein solch­er kat­e­gorisch­er Imper­a­tiv über­haupt bein­hal­ten sollte, dass man geduldig ein­er Antwort lauscht, wenn schon abzuse­hen ist, dass die Antwort dem Fra­gen­den nicht weit­er­hil­ft, so wie es schein­bar im Beispiel der Fall war.

Wenn mir jemand etwas erzählt und ich schaue ihn dabei an, kann er nicht wis­sen, ob ich zuhöre oder nicht. Selb­st Gesten und Bewe­gun­gen kön­nen nur nahele­gen, dass ich zuhöre. Hat mein Gegenüber ein Recht darauf, dass ich zuhöre und das Gehörte ver­ar­beite und hat er ein Recht darauf, dass er zu Ende reden darf? Habe ich die Pflicht dazu?

Man sieht schnell: Eine solche Pflicht ist gar nicht ver­all­ge­meiner­bar, denn sie würde Men­schen nöti­gen, andere (nach Erlinger zumin­d­est bei nicht selb­st ver­her­rlichen­den Antworten) generell ausre­den zu lassen, rel­a­tiv unab­hängig von der Hil­fe, die die Antwort darstellt, und von der Länge der Antwort, so the­ma­tisch passend sie auch sein mag.

Es gibt die unter­schiedlich­sten Momente, in denen man andere in ihrer Rede unter­bricht, und diese sind unter­schiedlich gut begrün­det. Manch­mal schnei­det man jeman­dem das Wort ab, weil der aus­ge­führte Gedanke bekan­nt ist, und es für den Angere­de­ten uner­he­blich ist, den bloßen Gedanken gän­zlich auszuführen. Mitunter ist das The­menge­bi­et auch so klar, dass Anek­doten das eigentliche The­ma nicht bere­ich­ern.

Sofern es nicht mein Ziel ist, jeman­den anderen zu erziehen oder ihm durch Zuhören Wohl zu tun, muss ich seine Antwort nicht abwarten. Es ist mir allerd­ings unbenom­men, mir selb­st eben einen solchen kat­e­gorischen Imper­a­tiv aufzuer­legen.

Immanuel Kant bein­hal­tet diesen ganzen Bere­ich in einem Textstück, das Erlinger nicht so geläu­fig scheint, und zwar im Abschnitt Von den Tugendpflicht­en gegen Andere in Die Meta­physik der Sit­ten. Eine nahezu unbe­d­ingte Zuhörpflicht find­et sich dort nicht.

Und zur Antwort über die Aus­nahme zu Erlingers Zuhörpflicht sei gesagt: Dass ein Antwor­tender den Fragesteller als bloßes Mit­tel für seine Selb­st­darstel­lung gebraucht, muss nicht bedeuten, dass die Antwort für den Zuhören­den keine inhaltliche Bere­icherung darstellt. Hein­rich von Kleist war gar der Mei­n­ung, man solle bei jed­er Gele­gen­heit Zuhören­den seine Gedanken ausle­gen, um sie so verbessern zu kön­nen. Es ist unklar, wieso das eine Ver­let­zung eines nicht bloß per­sön­lichen kat­e­gorischen Imper­a­tivs sein soll.

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Flüchtlingsopfer

Jörg Baberows­ki darf sich heute in der NZZ am Son­ntag auskotzen:

Wer die Migra­tionspoli­tik von Angela Merkel zu kri­tisieren wagt, wird […] von der Debat­te aus­geschlossen. […] Deutsch­land ist ein Land ohne Oppo­si­tion, dessen Regierung wün­scht, dass in ihm nur noch eine Sprache gesprochen und nur noch eine Auf­fas­sung vertreten werde. […] Deutsch­land wird sich bis zur Unken­ntlichkeit verän­dern. Der soziale Friede und der Zusam­men­halt ste­hen auf dem Spiel. Man kann nur hof­fen, dass Deutsch­land an der Auf­gabe, die unkon­trol­lierte Massenein­wan­derung zu bewälti­gen, nicht zer­bricht.

Ja, liebe NZZ, so hört sich das an, wenn man die Kom­men­tarspalte Pro­fes­soren, die wie Pegi­da-Anhänger klin­gen, zur Ver­fü­gung stellt. Ich gehöre ja zu den Deutschen, die so ein nervös­es Augen­lidzuck­en bekom­men, wenn in einem Text ohne große Not mehr als fünf Mal das Wort “Deutsch­land” vorkommt. Das ist immer so ein Zaunpfahlwink.

In Deutsch­land wer­den soziale Ein­heit­en nicht durch Immi­granten gefährdet. Der soziale Friede vielle­icht schon, wenn das bedeutet, dass rechte Intel­li­gen­zver­sager Gewalt ausüben. Aber von sozialem Frieden zu sprechen, nur weil die Recht­en keine gün­stige Gele­gen­heit sehen, zu Gewalt aufzu­rufen und sie auszuführen, das ist schon etwas zynisch.

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Lesen, um zu ärgern

Ingrid Noll hat anfang des Monats der Süd­deutschen Zeitung ein Inter­view gegeben, in dem sie sagte:

bis heute finde ich Schreiben pein­lich. Jed­er kann lesen, was man so denkt. Schreck­lich!

Ich will mal nicht umkrem­peln, was sie gesagt oder gemeint hat. Jeden­falls finde ich für meine Wenigkeit das Gele­sen­wer­den an sich nicht schlimm. Im Gegen­teil. Je mehr das lesen, desto bess­er. Man liest eh immer alleine. Wann find­en sich schon mal Grup­pen zusam­men und wet­tern als Gemein­we­sen gegen einen Text, den sie alle­samt gele­sen haben? Vor der bloßen Quan­tität an Lesern schrecke ich mich nicht, aber da bin ich ger­ade sowieso auf der sicheren Seite.

Was ich im Inter­net schwieriger finde, ist die Erwartung der Attacke auf Geschriebenes. Dass Leute sich belei­digt auf­führen und mit Belei­di­gun­gen und Trotzreak­tio­nen meinen, zu ihrem Recht zu kom­men. Leute, die sich als Leser eine Unfair­ness ges­tat­ten, die sie einem Schreiber im höch­sten Maße moralisch ankrei­den. Im kleinen Kreise darf man reden, aber auf ein­er Inter­net­seite schreiben, das gehört sich nicht. Ich ver­stände es ganz gut, wenn Ingrid Noll solche Leute bei ihrer Bemerkung auf dem Schirm hat­te.

Solche Leute kön­nen ganz schön ner­ven. Weniger dadurch, dass sie recht haben, denn auf intel­li­gente Weise wider­legt zu wer­den ist eher bere­ich­ernd als ver­störend. Mehr dadurch, dass man es mit Unbelehrbaren zu tun hat, die nur ihrer Verärgerung Aus­druck ver­lei­hen wollen. Das gipfelte mir gegenüber mal in der Äußerung, ich könne ja sehr gut argu­men­tieren, aber son­st… Ich hätte das böse gemeinte Kom­pli­ment gerne zurück­gegeben, aber nach dem son­st kam nichts mehr.

Ich habe Blogs immer gemocht, weil man Kom­men­ta­toren her­aus­fordern oder eben abschreck­en kon­nte. Wenige Kom­mentare zu einem Beitrag sind da nicht Ausweis eines schlecht­en Textes. Manch­mal ist darin Zus­tim­mung zu sehen, aber natür­lich nicht immer.

Und den­noch nagt es im eige­nen Hin­ter­stübchen, so dass man unkt, man solle den einen Gedanken, den man ger­ade hat, vielle­icht doch nicht veröf­fentlichen, weil es einige ärg­ert. Was ein dum­mer Gedanke: Diejeni­gen zu scho­nen, die Bös­es auf der Agen­da haben. Daher zögerte ich auch lange, Blog­beiträge kom­plett direkt auf Face­book zu stellen. Soll­ten doch nur diejeni­gen die Sachen lesen, die in der Lage waren, sich durchzuk­lick­en.

Gestern stellte ich die hierzuge­hörige Face­book-Seite um, so dass hier geschriebenes Wort für Wort auf die Face­book-Seite gelangt. Warum soll man dem geneigten Leser unnötig Stöck­er in den Weg leg­en? Gle­ich auf den erste neue Beitrag wurde viel öfter reagiert. Sollen die, die sich unbe­d­ingt ärg­ern wollen, doch ärg­ern.

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Blendle

Heute wurde mein Blendle-Zugang freigeschal­tet und ich habe ihn schon mal etwas getestet. Die Ober­fläche sieht unge­fähr so aus:

blendle

Man kann Begriffe set­zen, nach denen Pub­lika­tio­nen durch­sucht wer­den, über die man sich dann auch benachrichti­gen lassen kann, man kann Rubriken abon­nieren oder in Zeitun­gen stör­bern. Man kann sich mit Leuten ver­net­zen und deren Leseze­ichen anschauen. Mir gefällt beson­ders die Durch­such­barkeit der kostenpflichti­gen Artikel nach Stich­worten, das stand mir so bis­lang noch nicht zur Ver­fü­gung.

Ich schaue allerd­ings oft erst nach, ob inter­es­sante Artikel nicht frei ver­füg­bar online ste­hen, denn das ist auch oft der Fall, aber mein erster Ein­druck dieses Ser­vices ist sehr gut.

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Kurzzeitabonnent

Da bin ich erst vor 5 Tagen Abon­nent von DeCor­re­spon­dent gewor­den, dem nieder­ländis­chen Orig­i­nal zu den Krautre­portern und hab’s schon wieder entabon­niert. Warum? Zunächst war ich doch hel­lauf begeis­tert.

DeCor­re­spon­dent dreht sich, wie sollte es auch anders sein, stark um das Geschehen in den Nieder­lan­den. Das war zu erwarten. Und zwar auf nieder­ländis­che Weise, das heißt, auch sim­ple oder ander­swo bekan­nte Erken­nt­nisse wer­den als welt­be­we­gend dargestellt. Gut, auch das war zu erwarten. Nur inter­essiert mich das nicht, und abseits davon gibt es wenig. Den­noch wäre ich nicht abgeneigt gewe­sen, weit­er Abon­nent zu bleiben.

Es störte mich dann nur, dass kein RSS-Feed direkt ange­boten wurde. Den hätte ich schon gerne gehabt. Und dann bin ich auf diese externe Seite gestoßen. Eine Seite, die nahezu alle aktuellen Artikel direkt aufruf­bar und per RSS abon­nier­bar darstellt. Sie sind auch für Nichtabon­nen­ten frei les­bar, weil es Per­so­n­en gibt, die das finanzieren. Soweit ich das jet­zt richtig ver­standen habe.

Wenn jet­zt aber das Abon­nement als Mehrw­ert nur bietet, sämtliche Artikel zu lesen und kom­men­tieren zu kön­nen, was auch nicht über­mäßig geschieht, tja, dann warte ich erst­mal ab, ob es irgend­wann nichts mehr zur gän­zlich freien Ver­fü­gung gibt.

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How to stand a shitstorm

Ich kri­tisiere Sascha Lobo ab und an wegen der Logik­löch­er in seinen vor­ge­tra­ge­nen Ansicht­en, das soll aber nicht heißen, dass ich ihn als argu­men­tierende Per­son ver­w­erfe, ver­nicht­en möchte oder ignoriere. Manch­mal muss man die guten Dinge in ein­er Sache halt auch erst ein­mal find­en.

Zum Beispiel hat er einen Vor­trag gehal­ten, der den Titel How to sur­vive a shit­storm trägt, wobei er gle­ich ein­räumt, dass er die im Titel angedeutete Frage wed­er behan­delt, noch beant­wortet. Was er aber den­noch tut, ist, zwei Dinge her­auszustellen:

  1. Bei The­matiken, die von öffentlichem Inter­esse sind, muss man heutzu­tage jed­erzeit mit der Möglichkeit eines Shit­storms rech­nen.
  2. Mit Leichtigkeit kann man selb­st Teil eines Shit­storms sein.

Man kann sich dem­nach vor­bere­it­en, inner­halb des möglichen Punk­tes 1. nicht unterzuge­hen, und zweit­ens nicht über Punkt 2 zu stolpern.

How to nav­i­gate

Der let­zte Shit­storm, den ich durch­manöverte, fand sich in Face­book statt. Face­book bietet einige Möglichkeit­en, den Sturm abzuschwächen. Man kann Diskus­sio­nen löschen, Leute aus Grup­pen sper­ren, Mit­teilun­gen unsicht­bar machen etc. pp. Das wirk­lich Gute: Man kann mit ein wenig Übung sehr gut analysieren, wer da genau aus welchen Grün­den was postet. So lässt sich geschickt eine ganze Meute lenken.

In diesem speziellen Shit­storm gaben sich etwa 7 Leute ein­er sozialen Gruppe die Klinke in die Hand, holten sich Bei­s­tand bei weit­eren Face­book-Nutzern und liketen die eige­nen Beiträge voll­ständig durch.

Nun sollte man auf Likes auf Face­book nichts geben: Sie bedeuten kaum etwas, mehrere Likes auf das­selbe Post­ing müssen nicht das­selbe aus­drück­en, ein Garant für ein gutes Argu­ment sind sie auch nicht — kurzum: Man ver­passt nichts, wenn man sie ein­fach ignori­ert.

Ich ging nun daran, eini­gen aus dieser Meute Fra­gen zu Behaup­tun­gen zu stellen, die nicht halt­bar waren. Und schon hier kann man darauf acht­en, bes­timmten Leuten nicht zu antworten, so dass diese sich ver­nach­läs­sigt fühlen. Denn so sehr man motzt, man möchte schon wahr genom­men wer­den. Und so ist die Meute schon geteilt: In diejeni­gen, denen geant­wortet wird, und diejeni­gen, denen keine Aufmerk­samkeit geschenkt wird.

Nun war diese Gruppe nur der lunatic fringe1. ein­er Per­son außer­halb dieser Diskus­sion, d.h. es brauchte auf bes­timmte Aspek­te, die dieser Gruppe nicht geläu­fig sind, nicht einge­gan­gen wer­den — dadurch wird das Spielfeld verklein­ert. Ander­er­seits weiß man so, dass der Hor­i­zont der Gruppe beschränkt ist und spielt den Ball besten­falls in die Region, wo die Gruppe nichts zuzuset­zen hat.

Das funk­tion­ierte im konkreten Fall auch wie am Schnürchen: Auf die Hälfte der Gruppe wurde einge­gan­gen, deren Behaup­tun­gen angreif­bar dargestellt und vorge­führt. Bei aller Mob­haftigkeit: Sowas will man auch nicht. Es endete in der Kapit­u­la­tion und unzufrieden und verärg­ert wurde das Feld geräumt. Mitgenom­men wurde nur, dass man die Gruppe unter Beobach­tung nahm.

After the storm

Was ich mitgenom­men habe:

  1. Stürme sind anstren­gend, aber es lohnt sich zu beste­hen.
  2. Man muss den­noch nicht jeden Sturm mit­nehmen.
  3. Leute, die erregt etwas ins Inter­net posten, kann man aus­brem­sen. Oft­mals merken diese gar nicht, dass sie sich in der Diskus­sion ver­heben2.
  4. Man darf schriftliche Äußerun­gen im Netz nicht gle­ich­w­er­tig zu Auseinan­der­set­zun­gen von Angesicht zu Angesicht set­zen.
  5. Das Ertra­gen eines Mobs sollte nicht zu Mob­bing führen.

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1. Danke für die For­mulierung an Flusskiesel.
2. John Cleese on Stu­pid­i­ty

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Wie Facebook unliebsame Spotted-Seiten löscht

Etwas merk­würdi­ges geht da von stat­ten: In mein­er Heimat­stadt gibt es Leute, die anonym auf Face­book eine dieser Spot­ted-Seit­en betreiben. Das sind Seit­en wo jemand anonym nach jeman­dem suchen kann, der ihm gefällt, oder der ihm die Vor­fahrt ger­aubt hat oder sowas eben. Die Mit­glieder iden­ti­fizieren oft­mals die gesucht­en Per­so­n­en.

Die erste Ver­sion hat­te an die 5000 Mit­glieder, dann ver­lor man ange­blich das Pass­wort, was immer das heißen mag. Die zweite Ver­sion hat­te auch schon wieder an die 4000 Fans, dann ver­schwand sie von einem auf den anderen Tag. Jemand, der sich als Betreiber aus­gab, schrieb, dass Face­book die Seite gelöscht habe und die Mit­glieder zu ein­er App-Seite namens Spot­ted trans­feriert habe.

Dies ist heute noch ein­mal passiert, nach­dem die Seite ein drittes Mal instal­liert wurde und an die 3000 Fans gehabt hat. Und in der Tat, die Seite mit der ich diese Spot­ted-Seite geliked habe, ist auf ein­mal Fan dieser App-Seite namens Spot­ted. Ich habe die Betreiber der Seite daraufhin mal angeschrieben und warte mal, ob es zu ein­er Antwort kommt.

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Element of Crime, Palladium, Köln, 03.03.2015

Dieses Jahr wird wohl das per­sön­liche Konz­ert­jahr der Lan­genicht­mehrge­sehns. Ele­ment of Crime habe ich in den 90ern das let­zte Mal live gese­hen. Dieses Mal zusam­men mit 4000 Leute in Köln. Die standen allerd­ings ein­fach nur als Masse so rum, manche san­gen schräg mit, hin­ter uns gack­ernde Irgend­wasse, die zu klein waren, um irgend­was zu sehen, was sie dann wohl durch Reden kom­pen­sieren woll­ten. Ich mag die englis­chen Sachen von EoC nicht, die let­zteren finde ich oft­mals fad, die ersten zwei deutschen Scheiben sind mein Fall. Und daher war ich ab und an “raus” aus dem Konz­ert (auch weil meine Fre­undin die so gar nicht mochte). Im Taxi hin­ter­her hörten wir im Radio, dass sei einzi­gar­tig in Deutsch­land gewe­sen, wie irgend­wann alle Leute in Ruhe ver­set­zt waren. Naja. 1995 im Jov­el mit 800 Mann war es viel atmo­sphärisch­er.

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Die Schwierigkeit von Blogartikelüberschriften

Wie ich ger­ade noch so rumzappe, tre­ffe ich in ServusTV auf ein Inter­view mit August Diehl. Und das gibt es bis­lang wohl nicht online, son­st hätte ich es ver­linkt. Aber man kann es ja auch ein­fach ansprechen und nach Bedarf suche sich der Leser dieser Zeilen das ein­fach sel­ber raus.

Jeden­falls redete er darüber, dass er es ver­wun­der­lich find­et, wie Men­schen ihr Leben als zu erzäh­lende Geschichte begrif­f­en, und ob das nicht eine schöne Lüge sei, wo es doch meis­tens nur aus Momenten beste­ht. Und so kön­nte man seinem Leben auch nur am Schluss für eine Biogra­phie einen Titel geben. Schön kurz solle er sein.

Und ja da dachte ich, liegt was drin. Ich mag Blog­a­r­tikelüber­schriften oft­mals nicht, weil ich mich gezwun­gen sehe, etwas run­tergeschrieben zu haben, was dann auch der Über­schrift entspricht. Und das wider­spricht sich für mich eigentlich dem Bloggen, das ja oft­mals nur aus dem Raus­posaunen von unabgeschlosse­nen Gedanken beste­ht.

Witziger­weise habe ich für diesen Artikel eine Über­schrift.

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