Jensen, Caroline L. — Frau Bengtsson geht zum Teufel

Die Autorin hat wohl in Schwe­den vor diesem Mach­w­erk mit ein­er Pornobe­ichte Erfolg gehabt. Mein Inter­esse weck­te dieses Werk durch das Youtube-Video. Beim Lesen dieses Gott-Teufel-Haus­frau-Schinkens wartete ich immer irgend­wie darauf, dass der große Witz noch um die Ecke schaut — vergebens. Eine nette, kurzweilige Unter­hal­tung bietet der Schmök­er, aber wieso ich den gele­sen habe, weiß ich hin­ter­her eigentlich nicht mehr so genau.

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Schröder, Atze — Und dann kam Ute

Atze Schröders erster Roman . Abgepackt in kurze Episo­den erin­nert der Schmök­er etwas an Und dann kam Pol­ly und hat gefühlt densel­ben Plot: Charis­ma­tis­che Sie bringt helden­haften und ver­mö­gen­den Ihn unter ihre Fit­tiche. Span­nungsärmer wär’s wohl nicht gegan­gen. Manch­mal taucht unser Ems­det­ten­er Komik­er aus dieser selb­stver­liebten Labergeschichte auf und bringt Schmun­zel­bares wie

Als ich beim Pinkeln in den Spiegel schaute, sah ich so fer­tig aus wie Hel­mut Schmidt nach ein­er Elek­trozi­garette.

aber, das ist rar gesät, der Witz verbleibt im Metapho­rischen und wird gerne mal wieder­holt für alle, die es beim ersten Mal noch nicht ver­standen haben. Oder sollen so Run­ning Gags angeleiert wer­den?

Der Schmök­er ist wegen guter Les­barkeit, flot­tem Tem­po und den paar Witzchen ein pass­abler Begleit­er auf unserem Don­ner­balken und erhält fol­glich von fünf möglichen Klorollen:

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Dostojewskij, Fjodor Michailowitsch — Verbrechen und Strafe

Es wurde bei mir mal wieder Zeit für das Lesen eines Klas­sik­ers. Und wie schon beschrieben, bin ich bei Eulen­spiegel auf die Taschen­buchver­sion der Neuüber­set­zung von Dos­to­jew­ski­js Roman “Schuld und Sühne” gestoßen. Die Neuüber­set­zung und die damit ver­bun­dene Neu­betitelung hat Swet­lana Geier besorgt, die aus dem Rus­sis­chen auch vieles andere über­set­zt hat.
“Ver­brechen und Strafe” deckt sich daher mit dem Titel der englis­chen Über­set­zung “Crime and Pun­ish­ment”, klingt vielle­icht nicht so schön, trifft den Kern aber bess­er. Noch bess­er, so erfährt man im ange­hängten Beitrag aus Kindlers Lit­er­aturlexikon, sei die Über­set­zung “Übertre­tung und Zurechtweisung”. Aber das hätte vielle­icht zu sehr nach ein­er wis­senschaftlichen Abhand­lung gek­lun­gen.
Zum Inhalt will ich mal kaum etwas erzählen, das kriegt man anders wo. Allerd­ings scheint der Roman noch etwas behäbig zu sein, wenn man meint, nach dem Ver­brechen den Höhep­unkt des Buch­es qua­si erre­icht zu haben. Das täuscht, das was danach kommt, ist so dicht und gut erzählt, dass es ein wirk­lich­es Lesev­ergnü­gen ist.
Nein, die Auf­machung des Buch­es ist nun wirk­lich etwas für Buch­lieb­haber. Von daher mal einen schö­nen Gruß und großes Lob an den Fis­ch­er Ver­lag. Die gebun­dene Orig­i­nalaus­gabe ist mit so ca. 80€ doch nicht ger­ade was für jeden, daher ist diese 13€-Ausgabe, angere­ichert durch Erk­lärun­gen, ein­er Über­sicht der Hand­lung, sowie dem schon ange­sproch­enen Ein­trag über den Roman in Kindlers Lit­er­aturlexikon, sehr empfehlenswert. Außer­dem wurde dünnes Papi­er genom­men und ein Taschen­buch­for­mat, das etwas größer als üblich ist. Daher schauen die 720 Seit­en gar nicht so üppig aus und kom­men dem Leser nicht so über­mäßig viel vor, wie das bei anderen Aus­gaben der Fall ist. Sprich, das Buch ist schön han­dlich für unter­wegs, man schleppt keinen dick­en Schinken mit sich und die Entschei­dung, es so her­auszugeben, ist eine goldige gewe­sen. Wer derzeit diesen Roman Dos­to­jew­ski­js lesen möchte, dem sei diese Aus­gabe ans Herz gelegt.

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Bronsky, Alina — Scherbenpark

Es ist schon einiges geschrieben wor­den über das Debüt der unter Pseu­do­nym schreiben­den Ali­na Bron­sky. Ich halte mich kurz. Es ist mehr als ver­wun­der­lich, dass Tilman Ramm­st­edt den Bach­man­npreis bekom­men hat und nicht sie. Es ist mehr als ver­wun­der­lich, dass auf der deutschen Best­sellerliste derzeit andere Büch­er vor diesem hier ste­hen. Es ist das best­geschrieben­ste, ein­fall­sre­ich­ste, tre­f­fen­ste und humor­voll­ste in deutsch­er Sprache geschriebene Buch der let­zten Jahre, das mir in den Sinn kommt. LESEN! Keine Empfehlung, ein Aufruf!

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Rammstedt, Tilman – Der Kaiser von China

Tilman Ramm­st­edt hat im Okto­ber endlich seinen seit dem Som­mer angekündigten Roman “Der Kaiser von Chi­na” veröf­fentlicht. Für dieses Buch erhielt er schon diverse Preise im voraus, u.a. den Inge­borg-Bach­mann-Preis.
Und vielver­sprechend begin­nt auch dieser kleine Schmök­er. Die ersten 40 Seit­en sind eine äußerst komis­che Beschrei­bung der Mack­en des Groß­vaters von Haupt­fig­ur Kei­th. Es sind aber auch wohl nur die ersten 40 Seit­en, die beim Bach­mann-Preis vorge­le­sen wur­den. Danach ändert sich der Roman etwas, ohne dass man von einem außeror­dentlich über­raschen­dem Wech­sel sprechen kön­nte. Kei­th bekommt von seinen Geschwis­tern Geld für eine Reise mit dem Groß­vater, welch­es er im Kasi­no mit dessen Geliebter auf den Putz haut. Dann stirbt der Groß­vater und Kei­th erfind­et sich im eige­nen Haus ver­steck­end die Geschichte ein­er Chi­na-Reise mit dem Groß­vater.
Dieser zweite Teil ist nun ver­glichen mit dem Anfang kaum noch humor­voll, darauf aber auch nicht angelegt. Es ist eine dur­chaus detail­liert geschriebene Erzäh­lung ohne größeren Tief­sinn. Soll­ten die ersten 40 Seit­en dem Leser irgend­was schmack­haft gemacht haben, außer dem Erzähltal­ent Ramm­st­edts wird ihm nichts präsen­tiert.
Das ist nicht weit­er schlimm, die 160 Seit­en lesen sich flott, man hätte aber fast mehr erwartet. Mich hat die Lek­türe an Hard-boiled won­der­land oder das Ende der Welt von Haru­ki Muraka­mi erin­nert. Auch dort begin­nt ein Roman mit ein­er sehr witzi­gen All­t­ags­beschrei­bung und mün­det in ein­er phan­tasievollen Geschichte, die aber nicht mehr witzig ist.

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Baddiel, David – Whatever love means

Man darf sich vom Titel dieses Buch­es nicht abschreck­en lassen. Der Titel ist genau­so wie der Autor für dei meis­ten Men­schen ausser­halb Eng­lands zunächst ein­mal nichtssagend. Es lohnt sich, bei­dem hin­ter­her zu gehen. Kurz vor ihrer Hochzeit führten Lady Di und Prince Charles ein Inter­view mit der BBC. In diesem Inter­view wur­den bei­de gefragt, ob Liebe der Grund für ihre Hochzeit sei. Lady Di antwortete “Nat­u­ral­ly.”, natür­lich. Prince Charles antwortete: “What­ev­er love means.” Und diese doch irgend­wie trau­rige Hal­tung, durch das Leben zu gehen, und irri­tiert davon zu sein, das man nicht genau weiss, was für einen selb­st Liebe nur bedeuten mag, trägt Bad­diels Buch in sich. David Bad­diel ist in Eng­land als Come­di­an bekan­nt gewor­den. Zusam­men mit Rob New­man füllte er als erster Come­di­an die Wem­b­ley Are­na in Lon­don mit 12000 Zuschauern. Sein erstes Buch ist ein lustiger Roman über einen Jungspunt, der sich in seine Schwägerin verk­nallt und dann auf deren inter­es­sante Schwest­er trifft. Mit viel All­t­agshu­mor gespickt ist dies eine sehr lustige Kumpelgeschichte. Sein zweites Buch ist da schon erster, vol­lkom­men humor­frei, aber noch viel bess­er ist das dritte Buch. Es beschreibt Vic, der ein Ver­hält­nis mit der Frau seines besten Fre­un­des hat. Was zunächst noch als unbeschw­ertes Vor­sich­hin­leben geschildert wird, ändert sich für die beteiligten Per­so­n­en in ein nichtvorherge­se­henes Fiasko. Das muss jet­zt als Inhalts­beschrei­bung reichen, auch wenn es nicht ein­er Analyse gerecht wird, ob und warum, dies hier große Lit­er­atur ist. Das Ding ist nur fol­gen­des: Dieses Buch lebt von der Wen­dung, die es beschreibt. Und es wäre unfair, inhaltlich weit­erzuerzählen, da dann das Lesev­ergnü­gen doch stark gemindert wird. Und da ich in vol­lkommen­er Über­schätzung davon aus­ge­hen, dass dieses Buch wegen mein­er Für­spraqche gelsesen wird, lasse ich es hier­bei. Meines Eracht­ens ein MUSTREAD, wie man auf englisch sagt, bei dem man erst am Ende das Vor­wort zu ver­ste­hen weiss.

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Goldberg, Lee — Mr Monk goes to Hawaii

Mr Monk goes to Hawaii ist das zweite Buch der Rei­he zur Fernsehserie “Monk”. Die Inhalte der Büch­er sind eigen­ständig, d.h. keine in Buch­form gepresste Monk-TV-Folge. Wer ist Monk? Monk ist ein seit dem Mord an sein­er Frau gestörter und ent­lassen­er Polizist, der Kim­i­nalfälle löst, in dem er kle­in­ste, betra­chtete Details auswertet. Während dieses genaue Betra­cht­en ein Tick ist, der dur­chaus hil­fre­ich ist, sind sämtliche anderen Ticks meschugge. Er hat vor diversen Din­gen Angst, rückt unun­ter­brochen schein­bar unge­ord­nete Dinge in die richtige Ord­nung und ist anson­sten ein liebevoller Soziopath. In Mr. Monk goes to Hawaii fol­gt Monk unter Dro­gene­in­fluss sein­er Assis­tentin, die die Erzäh­lerin des Buch­es ist, in einem Flieger nach Hawaii. Dort ver­hin­dert er zunächst die Hochzeit ihrer besten Fre­undin und inter­essiert sich für einen Todes­fall auf der Insel. Ich ver­rate kein über­großes Geheim­nis, wenn ich sage, dass er diesen Todes­fall lösen wird. Dies ist ja auch kein Kri­mi, in dem das fraglich wäre. Das Wie?, Wer? und etwas unbe­deu­ten­der das Wer? ste­ht bei der Auflö­sung im Vorder­grund. Und neben der Auflö­sung nimmt die Welt Monks, geord­net durch das Ausleben sein­er Ticks, einen Großteil der Geschichte ein. Und die ist min­destens eben­so span­nend. Dies ist sicher­lich keine Weltlit­er­atur, aber wer den Hauptcharak­ter mag, wird dieses Buch mögen, sobald er sich ein­ge­le­sen hat. Die Geschichte ist ver­ständlich geschildert, die englis­che Sprache angemessen leicht, somit ide­al für Krim­i­fans und Englis­chan­fänger.

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Fleischhauer, Wolfram — Das Buch, in dem die Welt verschwand

Dieser 500-Seit­er ist eine Art Ver­schwörungskri­mi zu Zeit­en Immanuel Kants, in dem diesem eine entschei­dende Rolle zukommt. Mehr über Kant erfährt man nicht, er und sein Werk dienen eh nur als eine Art Mys­tery­fak­tor dieses Geschicht­skrim­is. Der Kri­mi haut einen dann auch nicht aus den Latschen, aber der Autor kann schon recht gut schreiben. Das lässt einen bis zum Ende des Buch­es aushal­ten.

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