Timmermann, Jens — Kant’s Groundwork of the Metaphysics of Morals

Tim­mer­mann bemüht sich als Kant-Forsch­er einen Namen zu machen. Das ist nicht weit­er verdächtig und solange der Ver­such erfol­gre­ich wird, nicht zu bean­standen. Man kann ja nur davon prof­i­tieren. Mit diesem Buch zu Kants Grundle­gung zur Meta­physik der Sit­ten hat Tim­mer­mann das vielle­icht beste Sekundär­lit­er­atur­buch hierzu vorgelegt. Das heisst noch nicht son­der­lich viel, da es bis­lang zur Grundle­gung her­zlich wenig und oft­mals schlecht­es an Sekundär­lit­er­atur gibt. Insofern kann man sagen, dass Tim­mer­man die Lat­te für die Befas­sung mit der Grundle­gung gut auflegt. Sein Ver­di­enst ist es, das gesamte Buch in den Griff zu bekom­men. Er bietet allerd­ings keine Lösungsan­sätze für die Grundle­gung dieses Buch­es, sprich für das, was für Dieter Hen­rich die Dunkel­heit im drit­ten Abschnitt ste­ht. Dazu ver­misst man als Leser eine genaue Textstel­len­analyse bes­timmter, weg­weisender Stellen. Das min­dert die Freude darüber, dass man Sin­nvolles über die Grundle­gung schreiben kann, aber nicht. Und wenn es nach Tim­m­mer­man nichts mehr zu forschen gäbe in der Grundle­gung, man wäre ja auch etwas ver­schnupft.

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Baddiel, David – Whatever love means

Man darf sich vom Titel dieses Buch­es nicht abschreck­en lassen. Der Titel ist genau­so wie der Autor für dei meis­ten Men­schen ausser­halb Eng­lands zunächst ein­mal nichtssagend. Es lohnt sich, bei­dem hin­ter­her zu gehen. Kurz vor ihrer Hochzeit führten Lady Di und Prince Charles ein Inter­view mit der BBC. In diesem Inter­view wur­den bei­de gefragt, ob Liebe der Grund für ihre Hochzeit sei. Lady Di antwortete “Nat­u­ral­ly.”, natür­lich. Prince Charles antwortete: “What­ev­er love means.” Und diese doch irgend­wie trau­rige Hal­tung, durch das Leben zu gehen, und irri­tiert davon zu sein, das man nicht genau weiss, was für einen selb­st Liebe nur bedeuten mag, trägt Bad­diels Buch in sich. David Bad­diel ist in Eng­land als Come­di­an bekan­nt gewor­den. Zusam­men mit Rob New­man füllte er als erster Come­di­an die Wem­b­ley Are­na in Lon­don mit 12000 Zuschauern. Sein erstes Buch ist ein lustiger Roman über einen Jungspunt, der sich in seine Schwägerin verk­nallt und dann auf deren inter­es­sante Schwest­er trifft. Mit viel All­t­agshu­mor gespickt ist dies eine sehr lustige Kumpelgeschichte. Sein zweites Buch ist da schon erster, vol­lkom­men humor­frei, aber noch viel bess­er ist das dritte Buch. Es beschreibt Vic, der ein Ver­hält­nis mit der Frau seines besten Fre­un­des hat. Was zunächst noch als unbeschw­ertes Vor­sich­hin­leben geschildert wird, ändert sich für die beteiligten Per­so­n­en in ein nichtvorherge­se­henes Fiasko. Das muss jet­zt als Inhalts­beschrei­bung reichen, auch wenn es nicht ein­er Analyse gerecht wird, ob und warum, dies hier große Lit­er­atur ist. Das Ding ist nur fol­gen­des: Dieses Buch lebt von der Wen­dung, die es beschreibt. Und es wäre unfair, inhaltlich weit­erzuerzählen, da dann das Lesev­ergnü­gen doch stark gemindert wird. Und da ich in vol­lkommen­er Über­schätzung davon aus­ge­hen, dass dieses Buch wegen mein­er Für­spraqche gelsesen wird, lasse ich es hier­bei. Meines Eracht­ens ein MUSTREAD, wie man auf englisch sagt, bei dem man erst am Ende das Vor­wort zu ver­ste­hen weiss.

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Fleischhauer, Wolfram — Das Buch, in dem die Welt verschwand

Dieser 500-Seit­er ist eine Art Ver­schwörungskri­mi zu Zeit­en Immanuel Kants, in dem diesem eine entschei­dende Rolle zukommt. Mehr über Kant erfährt man nicht, er und sein Werk dienen eh nur als eine Art Mys­tery­fak­tor dieses Geschicht­skrim­is. Der Kri­mi haut einen dann auch nicht aus den Latschen, aber der Autor kann schon recht gut schreiben. Das lässt einen bis zum Ende des Buch­es aushal­ten.

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