Lesezeichen vom 07.09.2016

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Pollatschek, Nele — Das Unglück anderer Leute

Die Auto­rin erzählt schein­bar nahe an ihrer eige­nen Bio­gra­phie die Fami­li­en­ge­schich­te von The­ne, die von sozio­pa­thisch wir­ken­den Eltern groß­ge­zo­gen wird, in Oxford stu­diert, als plötz­lich ihre Mut­ter stirbt — was der Anfang allen Unheils ist. Das Buch hat im zicki­gen Ver­hält­nis zwi­schen Toch­ter und Mut­ter sei­ne Stär­ken und die Schwä­chen dar­in, dass außer der Haupt­fi­gur kein Inter­es­se für ande­re Figu­ren besteht. Auch der Umstand, dass die Geschich­te ohne Witz erzählt wird, wobei sie im Fol­gen­den rea­lis­ti­sche Sphä­ren ver­lässt, lässt Lan­ge­wei­le auf­kom­men.

Die Geschich­te ist nah an Ingrid Noll, Anli­na Bron­sky und Ildikó von Kür­thy, ver­passt aber, ein gutes Buch zu wer­den, weil es Wen­dun­gen Cha­rak­te­ren vor­zieht.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Wo ich mir in letz­ter Zeit (Wo?) ein paar Fol­gen des Lite­ra­tur­clubs auf You­Tube ange­schaut habe, kommt mir die­se Kri­tik ganz gele­gen: Roman Bucheli bemän­gelt Die Ver­lu­de­rung der Kri­tik. Und zumin­dest für die­sen Begriff hat er mei­ne Auf­merk­sam­keit ver­dient, auch wenn er selbst dann in sei­ner Kri­tik kei­ne Bäu­me aus­reißt. Elke Hei­den­reich und Denis Scheck sind im Anprei­sen aktu­el­ler Bücher in der Tat ab und an grot­ten­schlecht, weil sie gar nicht sagen, was genau an einem Buch gut ist, nur dass es gut sei. Ich fin­de bei­de wider­um ganz gut, wenn sie Bücher ver­rei­ßen, und zie­he oft­mals den Schluss, dass Bücher mit den so beschrie­be­nen Män­geln mein Lesein­ter­es­se ein­fach nicht befrie­di­gen wer­den.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wo spielt sich künf­tig die Lite­ra­tur­kri­tik ab? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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