Hoeneß

Da tref­fe ich den Uli an der Wurst­brate­rei, wie er sein Würst­chen gera­de in den Senf auf der Papp­scha­le tunkt. Bestimmt wie immer, mäßig Anteil neh­mend an sei­ner Umge­bung. Und irgend­wie bleibt man doch nicht schwei­gend dane­ben ste­hen.

Alles gut?”

- “Was soll schon sein? Läuft alles.”

Naja, die Pres­se und die Staats­an­walt­schaft sitzt dir doch im Nacken. Ange­nehm ist das doch sicher­lich nicht.”

- “Ach, sowas bin ich doch gewohnt. Ich habe mich immer dar­auf ver­las­sen, selbst zu kämp­fen. Immer. Sowas scho­ckiert mich nicht son­der­lich. Und wenn man dann so gran­di­os gegen den wich­tigs­ten Fuss­ball­ver­ein der Welt gewinnt, dann bestä­tigt einen das doch. Da denkt man doch nicht an irgend­wel­che Hin­ter­zim­mer­ad­vo­ka­ten.”

Aber genau die kön­nen dir doch ans Bein pin­keln.”

- “Das ist auch nichts Neu­es. Wenn sie so lan­ge einem Ver­ein vor­ste­hen, da müs­sen sie wis­sen, wie sie mit Leu­ten umge­hen, die an ihrem Stuhl sägen. Das ist weni­ger Eitel­keit, als viel­mehr Selbst­be­haup­tung und der Erfolg zeigt, dass das im Sin­ne der Sache war.”

Und wo bleibt die Rücken­de­ckung, außer von Franz und Kal­le?”

- “Da drau­ßen wird kein Fuß­ball gespielt, der ist nur aufm Rasen. Da gibt es kei­ne Mann­de­ckung, da wird nicht abge­pfif­fen, wenn jemand dich foult. Da musst du vor­sor­gen. Schau, die Spa­ni­er waren ja vor­bil­dich, was ihre Netz­werk­ar­beit anging. Nur war die viel zu stark vom Finan­zi­el­len abhän­gig. Bei uns wir­ken zudem ande­re Kräf­te. Wir sind nicht so finanz­stark, dafür kip­pen wir nicht um, wenn eine Säu­le insta­bil ist. Und bei mir funk­tio­niert das ähn­lich.”

Das heißt, dein Ein­fluss wird nicht weni­ger, selbst wenn du fal­len soll­test?”

- “Das wer­den wir ja noch sehen.”,

sag­te Ulli, biss noch ein­mal von sei­ner gesenf­ten Brat­wurst ab, schief­te ordent­lich in sein Stoff­ta­schen­tusch, warf die gebrauch­te Papp­scha­le in den über­vol­len Müll­korb, nick­te mir bestimmt zu und schlurf­te zu sei­nem Audi rüber, den er mit sei­ner Schlüs­sel­fern­be­die­nung auf­blin­ken ließ.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Man­che ehe­ma­li­gen Teil­neh­mer von Cas­ting­shows lei­den noch heu­te. Und die Zuschau­er erst.

Ste­fan Nig­ge­mei­er berich­tet, dass DIE ZEIT bzgl. ihres Piraten-Berichterstattungsunfall nachtritt.

Zur blo­ßen Unter­hal­tung: Ina Mül­ler im Inter­view.

In Düs­sel­dorf sind die Trüm­mer des Tau­send­füß­lers bei­na­he kom­plett besei­tigt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Darf man schon dar­über reden, wie unfass­bar häss­lich der Kö-Bogen gewor­den ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen