Rosenfeld, Astrid – Adams Erbe

Astrid Rosen­feld erzählt eine Fami­li­en­ge­schich­te von der Jetzt­zeit rück­füh­rend in die Nazi­zeit, die Zeit der Juden­ver­fol­gung, der Zeit des Lebens im War­schau­er Ghet­to. Edward ist der Held der Jetzt­zeit­ge­schich­te, sei­ne Eben­bild und Groß­on­kel Adam der der Kern­ge­schich­te.

Bei­den Geschich­ten ist gemein, dass sie Per­so­nen dar­stel­len, die bei den Schwie­rig­kei­ten ihres All­tags­le­bens wenig Halt haben, sie erge­ben sich ihrem Schick­sal, wer­den getrie­ben vom Wind der Gezei­ten. Rosen­feld erzählt die Geschich­te mit Leich­tig­keit und ange­neh­men Sprach­ge­fühl.

Und da ist doch ein Makel, den das Buch nicht abschüt­teln kann: Die feh­len­de Ernst­haf­tig­keit. Natür­lich gibt es Men­schen, die sich kei­ne gro­ßen Gedan­ken machen, die sich ihrem Schick­sal fügen. Aber wie kann man über das War­schau­er Ghet­to, über Erschie­ßun­gen vor der Haus­tür schrei­ben ohne über Angst zu schrei­ben? Die Nazi­zeit mit all ihrer Schreck­lich­keit ist blo­ße Scha­blo­ne in die­sem Buch, neben ande­ren Scha­blo­nen.

Rosen­felds Erzähl­ta­lent ist es zu ver­dan­ken, dass das Buch nicht voll­ends in Kitsch ver­fällt. Ohne deut­li­chen Makel ist es lei­der nicht.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Viel­leicht wird es ja mal der Lanz-Effekt genannt: Das über­gro­ße Inter­es­se an einer Sache, das ihrer Qua­li­tät nach nicht ange­mes­sen ist. Zumin­dest stellt Mari­on Löhn­dorf bei J.K. Row­lings ers­tem Erwach­se­nen­buch fest, dass ohne den Hype um das Buch kein Hahn danach gekräht hät­te.

Rum­lan­zen wäre aber auch ein schö­nes Wort für das durch Charme kaschier­te gänz­lich respekt­lo­se Fra­gen­stel­len, wie z.B. die Fra­ge an Jen­ni­fer Lopez wäh­rend der hem­mungs­lo­sen Boulevard-Schranze:

Bezah­len Sie Ihren Freund eigent­lich dafür, dass er mit Ihnen tanzt?

Sowas nennt man bei der Rhei­ni­schen Post frech und wer­tet es posi­tiv. Aber da macht man auch eine Klick­stre­cke mit den Wit­zen von Mar­kus Lanz, die man alle­samt für geschei­tert hält.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um füh­len sich die Zei­tun­gen eigent­lich mitt­ler­wei­se her­aus­ge­for­dert, Blöd­sinn nicht mehr zu igno­rie­ren, son­dern zu über­tref­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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