@axw74 @VlkrDhr Korrekt, wird nicht funktionieren. Läuft wohl über Privatspenden: https://t.co/I9dV4tenDx

Gebrochen deutsch, 23.01.2012, Düsseldorf

Gestern waren wir bei der zweiten Talkrunde von Staffan Valdemar Holm mit Vom Ritchie (Großbritannien, Schlagzeuger (Die Toten Hosen)), Kyoko Jastram (Japan, Musik-Lehrerin), Fiorella Falero Ramirez de Entner (Peru, Studentin/Garderobenpersonal), Iraj Farzi Kahkash (Iran, Büdchen-Inhaber) darüber, wie man in Düsseldorf strandet und wieso man es inzwischen mag. Das Format ist sowas wie ein Selbstläufer. Man bekommt schwere wie auch lustige Geschichten über die Aufbrüche in die Fremde zu hören. Man lernt lebenslustige Menschen kennen, an denen man sonst vielleicht einfach nur vorbei läuft. Dabei kommt die Frage, was an Düsseldorf so toll sein soll, schon fast zu kurz, aber was will man auch sagen? Aus dem Publikum kam die versuchte Erklärung: „Claudia Schiffer.“, woraufhin Holm meinte: „Das kann es nicht sein.“

Vielleicht gibt es nicht solche Gründe, vielleicht gibt es nur die gelebten Erfahrungen, die alle Gäste vorzuweisen haben. Denn es springt ins Auge, dass alle, die auf der Bühne sind, so höflich wie offen sind, wenn es um die Geschichten der anderen geht. Vom Ritchie erzählt, wie er mit seiner Lockerheit sturen Münchner Polizisten begegnet, die seine abgelaufene Aufenthaltserlaubnis mit „Scheiße, Scheiße, Scheiße“ kommentieren. Fiorella Falero Ramirez de Entner beschreibt, wie sie ohne irgendwie deutsch zu können nach Deutschland kommt, und dort ihr erstes Date mit einem Taschenwörterbuch bewältigt. Kyoko Jastram erzählt über die musikalische Größe Deutschlands, die vor Ort doch etwas anders aussieht. Und Iraj Farzi Kahkash berichtet darüber, wie er im Iran die Revolutionsbestrebungen unterstützt hat, Krieg miterlebt hat und schließlich in die DDR kommt, und eines Tages von einen Schleuser in West-Berlin ausgesetzt wird – ohne die Sprache zu können oder irgendjemanden zu kennen.

Also ein ganz großartiges Format, das Holm da aus dem Ärmel geschüttelt hat, und bei dem an diesem Abend auffiel, dass weder der Begriff „Die Toten Hosen“, noch der Begriff „Integration“ ein einziges Mal gefallen ist. Wenn er es jetzt noch schafft, dem Düsseldorfer Publikum das Klatschen beizubringen, ist ihm ein Denkmal sicher.

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