Lesezeichen vom 22. Januar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

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Dobelli, Rolf- Die Kunst des klaren Denkens

buchleserTja, hier liegt das Ansin­nen des Buches schon ver­korkst im Titel vor: Kla­res Den­ken ist kei­ne Kunst. Es ist eine Metho­de, nichts um ande­re vor­ran­gig zu beein­dru­cken. Aller­dings eine, auf die sich der Autor zumin­dest in die­sem Buch gar nicht ver­steht.

Das Buch ent­hält Feuilleton-Artikel, in denen Anek­do­ten ver­bra­ten wer­den, in denen eine auf Vor­ur­tei­len basie­ren­de Pro­blem­lö­sung dar­ge­stellt wird. Danach fol­gen Ein­wän­de gegen hier­ge­gen. Das Buch soll nicht auf­klä­ren, son­dern unter­hal­ten und indem es zu unter­hal­ten ver­sucht, hat es mit kla­rem Den­ken schon wie­der nichts am Hut.

Da wer­den z.B. Wun­der als “unwahr­schein­li­che Ereig­nis­se” inter­pre­tiert. Ein Wun­der ist dabei aber eigent­lich klas­sisch betrach­tet eine Wir­kung in der Welt ohne kau­sa­le Ursa­che. Eine Wahr­schein­lich­keits­ein­schät­zung hat damit streng genom­men gar nichts zu tun. Dobel­li redet kon­se­quent am The­ma vor­bei. So soll man einen Deal immer unab­hän­gig vom Ver­käu­fer abwi­ckeln. Wenn Sie jetzt nach­fra­gen: Wie­so immer? — das Buch gibt auf sol­che auf der Hand lie­gen­den Fra­gen kei­ne Ant­wort. Der Autor behaup­tet ein­fach nur rum. Kla­res Den­ken sieht anders aus.

Iro­nie der Geschich­te: Einem Bekann­ten von mir wur­de das Buch geschenkt mit der begrün­dend wir­ken­den Wid­mung, das Buch sei auf Grund sei­ner Erst­plat­zie­rung in der Spiegel-Bestseller-Liste aus­ge­wählt wor­den. Viel­leicht hät­te man sich doch erst mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­set­zen sol­len.

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