Lesezeichen vom 04.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Zusatz­stof­fe und Tief­kühl­pro­duk­te: Mythos deut­sches Brot | tagesschau.de — Wie gut ist unser Brot? Bäcker­ver­band und Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Aigner loben die Viel­falt und wol­len es zum Welt­kul­tur­er­be erklä­ren las­sen. Über Back­mi­schun­gen, Zusatz­stof­fe und Dis­coun­ter­brot dage­gen spricht die Bran­che nicht so gern.
  • Ita­li­ens unzu­ver­läs­si­ge Jus­tiz | NZZ Online — Die Frei­sprü­che im Mord­pro­zess in Perugia schü­ren Zwei­fel an Ita­li­ens Jus­tiz. Die Staats­an­walt­schaft will den Fall ans Kas­sa­ti­ons­ge­richt wei­ter­zie­hen.
  • hei­se online — Ver­pflich­tung zur Breitband-Versorgung “ist vom Tisch” — <p>Die Plä­ne der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit der anste­hen­den Novel­lie­rung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes (TKG) eine Uni­ver­sal­dienst­ver­pflich­tung für Breit­band­zu­gän­ge ein­zu­füh­ren, sind offen­bar Maku­la­tur. Zwar sind die Gesprä­che der Frak­ti­ons­ex­per­ten noch nicht abge­schlos­sen, doch ist der Fall für die zustän­di­ge FDP-Bundestagsabgeordnete Clau­dia Bögel erle­digt. “Das The­ma ist vom Tisch”, sag­te die Libe­ra­le am Diens­tag gegen­über hei­se online.</p>
  • D’oh! Could ‘The Simp­sons’ Be Com­ing To an End? — TIME News­Feed — <p>“Fox is taking the posi­ti­on that unless they can cut the pro­duc­tion costs real­ly drasti­cal­ly, they’ll pull the plug on new shows,” said a Simp­sons insi­der with know­ledge of the nego­tia­ti­ons to The Dai­ly Beast. “The show has made bil­li­ons in pro­fits over the years and will con­ti­nue to do so as far as the eye can see down the road. The actors are wil­ling to take a pay cut of rough­ly a third, but that’s not good enough for Fox.”</p>
  • Perlentaucher.de — Deut­sche Zei­tun­gen ste­hen kaum noch online — <p>Könnte es sein, dass die Zei­tun­gen sys­te­ma­tisch ver­su­chen, die Leser aus dem Netz zu holen? Die Fra­ge klingt zunächst absurd, aber sie wird plau­si­bel vor dem Hin­ter­grund der neu­es­ten Netz­re­vo­lu­ti­on, die das Netz womög­lich mehr gefähr­det als berei­chert: der Tablet-Computer, und hier natür­lich vor allem des Ipad und spä­ter viel­leicht noch des Kind­le Fire von Ama­zon. Die Zei­tun­gen träu­men davon, sich dort wie­der als schi­cke und geschlos­se­ne Ober­flä­chen anzubieten.</p>
  • EU-Gericht kippt Fußball-Exklusivvermarktung — sueddeutsche.de — <p>Die Exklusiv-Vermarktung von Fern­seh­rech­ten im Pro­fi­fuß­ball ver­stößt gegen EU-Recht. Der Euro­päi­sche Gerichts­hof ent­schied, dass zum Emp­fang von Über­tra­gun­gen im Bezahl­fern­se­hen aus­län­di­sche Deco­der­kar­ten nicht ver­bo­ten wer­den dür­fen. </p>
  • Deut­scher Fern­seh­preis 2011 — Wenigs­tens spot­tet der Pocher — sueddeutsche.de — In die­sem Jahr blieb es ruhig bei der Gala in Köln, dabei hät­te es durch­aus Grund zur Auf­re­gung gege­ben, denn die Art der kom­plett in die Belang­lo­sig­keit stre­ben­den RTL-Inszenierung, die Ludo­wi­gi­sie­rung von Inhal­ten sozu­sa­gen, ent­wer­te­te man­ches auf ganz beson­de­re Art.
  • DWDL.de — Der Fern­seh­preis und die Lach­num­mer mit der Sperr­frist — So ver­schick­te die dpa am spä­ten Sonn­tag­abend eine Mel­dung mit den wich­tigs­ten Gewin­nern des dies­jäh­ri­gen Fern­seh­prei­ses. Mit Sperr­fris­t­hin­weis für den 3. Okto­ber, 23 Uhr. Doch die­se Mel­dung wur­de bin­nen Minu­ten von Focus Online offen­bar auto­ma­tisch ver­öf­fent­licht. Meh­re­re wei­te­re Nach­rich­ten­por­ta­le, dar­un­ter Sueddeutsche.de und Welt Online sowie zahl­rei­che regio­na­le Tageszeitungs-Websites, folg­ten. Doch der auto­ma­ti­sier­te Agentur-Journalismus wird noch kurio­ser.
  • Abmah­nung wegen “End­geg­ner” Motiv | 3DSupply Blog
  • Deut­scher Fern­seh­preis: Von Har­mo­nie und Kar­di­nal­feh­lern — Stutt­gar­ter Zei­tung — Dumm nur, dass RTL die ARD-Sause aus­rich­te­te. Die Pri­vat­fun­ker am Rhein schie­nen bis­her die Kom­pe­tenz in Show allein für sich gepach­tet zu haben. Doch an die­sem Abend mach­ten sie zwei Kar­di­nal­feh­ler: Sie stell­ten ers­tens mit Mar­co Schreyl und Nazan Eckes zwei farb- und geist­lo­se Teleprompter-Ableser als Gast­ge­ber auf die Büh­ne. Zwei­tens ver­such­ten sie, der Ver­an­stal­tung mit pein­li­cher Pene­tranz den RTL-Stempel auf­zu­drü­cken.
  • the net­work, a head­less tail — wirres.net, fach­blog für irrele­vanz — das was ich mal über die blo­gos­hä­re gesagt habe, dass sie die ers­te grup­pe ist, der ich mich zuge­hö­rig füh­le, weil sie so unge­heu­er hete­ro­gen ist, dass man sie gar nicht als grup­pe bezeich­nen kann, zeigt sich jetzt auch bei #Occu­p­y­Wall­Street — kei­ne grund­sät­ze, kei­ne ideo­lo­gie, kei­ne glau­bens­be­kennt­nis­se. nur der ärger und frust und das bedürf­nis das laut und deut­lich zu sagen.
  • Fri­so Wielen­ga, Direk­tor des Zen­trums für Nie­der­län­di­sche Stu­di­en in Müns­ter, infor­miert über unser Nach­bar­land die Nie­der­lan­de : fluter.de — “Dag Ensche­de — Hal­lo Müns­ter” steht auf einem Zug am Haupt­bahn­hof. Irgend­wie dreht sich hier alles um deutsch-niederländische Bezie­hun­gen. Das “Zen­trum für Niederlande-Studien” ist das ein­zi­ge sei­ner Art in Deutsch­land – und mit dem Stand­ort Müns­ter dem Nach­barn ganz nah. Die Geschich­te vor der Nase haben die Stu­die­ren­den dabei jeden Tag. Schließ­lich ist das Insti­tut im alten Krame­ramts­haus unter­ge­bracht – genau dort, wo schon bei den Ver­hand­lun­gen zum West­fä­li­schen Frie­den 1648 die nie­der­län­di­sche Dele­ga­ti­on resi­dier­te. Pro­fes­sor Fri­so Wielen­ga, selbst Nie­der­län­der, kennt den Wech­sel zwi­schen den Län­dern. Bei­des ist Zuhau­se, sagt er. Dass er die Gren­ze pas­siert, merkt er aller­dings auch an der Geschwin­dig­keits­be­gren­zung.
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Das vergeigte Fernsehpreis bei RTL

Vor Jah­ren habe ich Sat1 mal aus mei­ner Lis­te im Fern­se­hen ein­pro­gram­mier­ter Sen­der genom­men. Das ewi­ge Hartz-IV-Fernsehen ging mir auf den Zei­ger: Fern­se­hen über Hartz-IV-er für Hartz-IV-er von geis­ti­gen Hartz-IV-ern ist für den­ken­de Men­schen ein­fach nicht erträg­lich und depri­mie­rend. RTL habe ich nicht geschaut, aber auch nicht gelöscht. Trotz­dem ver­schwand es mühe­los und ohne, dass man irgend­et­was ver­miss­te, von der Bild­flä­che.

Sowas ent­wöhnt einen als Fern­seh­zu­schau­er etwas von der Boden­lo­sig­keit des Niveaus, dass sich im Pri­vat­fern­se­hen hier und da breit gemacht hat. Das habe ich erst letz­tens gemerkt, als ich beim Zap­pen zufäl­lig bei n-tv stopp­te, weil Peter Klöp­pel da war. Und was die Mode­ra­ti­ons­at­trap­pe, die Klöp­pel da zu inter­view­en ver­such­te, Klöp­pel frag­te, das sagt so unheim­lich viel:

Wie fei­ern Sie eigent­lich die­ses Jahr den 11. Sep­tem­ber?

Da braucht man kei­ne Scher­ze mehr machen: Das ist die Dis­qua­li­fi­ka­ti­on seriö­sen Jour­na­lis­mus­ses. Gut, ok, wir spre­chen über n-tv, nicht über seriö­sen Jour­na­lis­mus. N-tv sind schließ­lich auch die, die ihren Prak­ti­kan­ten nicht unbe­dingt Koh­le zah­len, und sich über bezahl­te Prak­ti­ka auf­re­gen, oder so. Wie soll da das Pro­gramm auch groß aus­se­hen?

N-tv-Muttersender RTL hat nun bei der Sen­dung zum Fern­seh­preis 2011 etwas geschafft, das irgend­wie neu ist: Die Fern­seh­kri­ti­ker haben bei die­ser Sen­dung der­art kei­nen Bock mehr auf die niveau­lo­se Mach­art der Sen­dung, dass sie ihre ernst­haf­te Kri­tik inhalt­lich abbre­chen. Ste­fan Nig­ge­mei­er belässt es bei der Betrach­tung des pie­täts­lo­sen Toten­ge­den­kens in der Sen­dung, Hans Hoff hängt die Sen­dung an der Klatsch­tan­te von RTL auf und klam­mert sich an Oli­ver Pocher. Die Sen­dung war so schlecht, dass Pocher als Qua­li­täts­fern­se­hen durch­geht.

Vor eini­ger Zeit hat die RTL-Chefin Kri­tik am Pro­gramm­ni­veau ihres Sen­ders damit abge­tan, dass die Zuschau­er es angeb­lich so wol­len. Das scheint Kri­tik den Boden unter den Füßen weg­zie­hen zu las­sen. Inzwi­schen ist man wohl so kri­tik­be­freit, dass man gar nichts mehr an sich her­an kom­men lässt. Bal­ler­mann­fern­se­hen ohne Alko­hol.

Aber gut: Ich schaue RTL schon lan­ge nicht mehr.

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Bitte keine Werbespionage einwerfen

Ich bin jetzt nicht so ein, wie heißt das noch gleich, Geek, dass alles, was an Online-Technik von mir ver­wen­det wird, total mein geis­ti­ges Durch­drin­gen wie­der­spie­gelt. Ande­re Blog­ger müs­sen ja unbe­dingt Soft­ware an den Start brin­gen, die sie sel­ber geschrie­ben haben, deren höchs­ter Admin sie selbst sind. Da bin ich schon etwas gelas­se­ner. Die Din­ge, die hier ver­öf­fent­licht wer­den, sind nun eben mal nicht Aller­pri­va­tes­tes.
Face­book möch­te ich den­noch etwas fern­hal­ten. Das habe ich schon mal geschrie­ben, doch immer zwei Brow­ser am Lau­fen zu haben, ist auch etwas ner­vig. Vor allen auf Rech­nern, die eh nur für gele­gent­li­ches Sur­fen bestimmt sind. Daher ver­wen­de ich dort den Fire­fox Brow­ser mit ein paar Bitte-keine-Werbespione-unnätig-reinlassen-Plugins, die da wären: Share­Me­Not, Request­Po­li­cy, Bet­ter­Pri­va­cy, und natür­lich Adblock Plus.
Man muss zwar anfangs diver­se Rech­te für Sei­ten extra anle­gen, aber nach eini­ger Zeit — man surft ja eh oft auf den­sel­ben­Sei­ten — hat sich das Gan­ze sehr schön ein­ge­spielt. Und mann schützt sich auch etwas vor der Infor­ma­ti­ons­über­flu­tung, die eini­ge Web­mas­ter ihren Besu­chern antun.

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Was ich noch sagen wollte zu… Herles’ verstaubtem Sofa

Man kann ja seit eini­ger Zeit mit Inter­es­se beob­ach­ten, wie das ZDF eine Lite­ra­tur­sen­dung nach der ande­ren ver­geigt, wenn es dar­um geht, einen Nach­fol­ger für das Reich-Ranickis Lite­ra­ri­sches Quar­tett oder auch nur für Hei­den­reichs Lesen! zu fin­den.
Die­ses Mal hat man sich wohl gedacht: Wir brau­chen auch so eine Sen­dung wie druck­frisch, bloß bie­de­rer. Und so kam Wolf­gang Her­les die Auf­ga­be zu, eine hip­pe Sen­dung im Haupt­pro­gramm des ZDF zu machen. Her­aus­ge­kom­men ist ein unaus­ge­go­re­ner Schmu, der es weder ver­steht, Lite­ra­tur mit Niveau zu ver­mit­teln, noch zu unter­hal­ten. Her­les doziert ange­strengt über irgend­wel­che Bücher, wobei der Leser mit der Fra­ge im Stich gelas­sen wird, wonach Her­les eigent­lich sucht, nach wel­chen Kri­te­ri­en er lobt oder tadelt. Eine Sen­dung ohne Poten­ti­al.
Ich stol­pe­re gera­de über­haupt nur über die Sen­dung, weil ich mir das neue Aus­se­hen der FAZ-Internetseite zu Gemü­te füh­re. Dabei springt mir eine aktu­ell schei­nen­de, loben­de “Früh”-Kritik der Sen­dung ins Auge, die auf der Feuilleton-Seite aktu­ell erscheint, aber doch schon knapp 3 Wochen alt ist. Ähn­lich ver­staubt wie das blaue Sofa.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Kat­rin Schus­ter kri­ti­siert die aktu­el­le Bücher-Bestseller-Liste anhand der ers­ten Sät­ze der Bücher. Mehr soll­te man wohl auch nicht unbe­dingt lesen.

Aman­da Knox ist in Ita­li­en vom Vor­wurf, ihre Mit­be­woh­ne­rin ermor­det zu haben, aus Man­gel an Bewei­sen frei­ge­spro­chen wor­den. Wie Zei­tungs­be­rich­te aus­ge­se­hen hät­te, wenn sie nicht frei­ge­spro­chen wor­den wäre, zeigt ein aus Ver­se­hen online gegan­ge­ner Bericht der eng­li­schen Dai­ly Mail.

Ben Becker spricht dar­über, dass man in Deutsch­land als Schau­spie­ler nur dann gut im Geschäft ist, wenn man mit dem Strom schwimmt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist die deut­sche Lite­ra­tur­best­sel­ler­lis­te bald genau­so unbe­deu­tend wie deut­sche Musik­charts? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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