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Archiv für Oktober 2011

Die Top10-Tweets des Septembers

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[ Musik: Cher­ry Sue­deOne of a kind, Mark Lyford — Chillout ]

Lesezeichen vom 01.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Deut­sche Bischö­fe: Mate­ri­el­ler Ver­zicht geht nicht — SPIEGEL ONLINE — Papst Bene­dikt XVI. hat­te bei sei­nem Deutschland-Besuch ver­langt, die Kir­che müs­se sich “ent­welt­li­chen”. Es sei bes­ser, sie wäre “von ihrer mate­ri­el­len und poli­ti­schen Last befreit”. Die “Ent­eig­nung von Kir­chen­gü­tern” vor 200 Jah­ren habe in der Kir­che zur “Läu­te­rung” wesent­lich bei­ge­tra­gen. Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, Robert Zol­litsch, hat­te dar­auf­hin erklärt, dies habe “nichts mit der Abschaf­fung von kon­kre­ten finan­zi­el­len Ansprü­chen zu tun”.
  • Netz­po­li­tik: Wirt­schafts­ver­tre­ter for­dern Kehrt­wen­de bei Inter­net­po­li­tik — Wirt­schafts­Wo­che — “Poli­ti­ker sehen im Netz vor allem die Risi­ken – nicht aber die Chan­cen”, sagt der Gene­ral­se­kre­tär des Wirt­schafts­rats der CDU, Wolf­gang Stei­ger der Wirt­schafts­Wo­che. Dabei sei die Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie “der Maschi­nen­bau des 21. Jahr­hun­derts”. Die Bran­che wach­se in Deutsch­land jedes Jahr um acht Pro­zent, beschäf­ti­ge 360 000 Mit­ar­bei­ter und setz­te 110 Mil­li­ar­den Euro um.
  • Druck auf Abweich­ler: Euro-Rettung ver­gif­tet Kli­ma in der Uni­on — SPIEGEL ONLINE — An der Tür ranz­te Pofal­la Bos­bach an. Dabei fie­len, so rekon­stru­iert es ein Uni­ons­ab­ge­ord­ne­ter, unter ande­rem fol­gen­de Sät­ze: “Ich kann dei­ne Fres­se nicht mehr sehen. Ich kann dei­ne Schei­ße nicht mehr hören.” Ein ande­rer Abge­ord­ne­ter erin­nert sich nicht an den genau­en Wort­lauf, bestä­tigt aber die Aus­ein­an­der­set­zung und sagt, die­se Zita­te sei­en “eher untertrieben”.
  • War­um Euro-Rebell Bos­bach an Rück­tritt denkt — Der­Wes­ten — „Wenn gesagt wird, der stimmt ja nur mit Nein, weil sei­ne Karriere-Erwartungen nicht erfüllt wor­den sind – also Bockig­keit und nicht Fes­tig­keit in der Sache. Dann ist das üble Nach­re­de.“ Leu­te aus der CDU hät­ten ihn als frus­trier­ten Anti-Europäer dar­ge­stellt, der der Bun­des­kanz­le­rin eins aus­wi­schen wollte.
  • Barschel-Witwe stellt Straf­an­zei­ge | NDR.de — Regio­nal — Schleswig-Holstein — Nach dem Ver­schwin­den eines Beweis­stü­ckes im Fall des 1987 ver­stor­be­nen CDU-Politikers Uwe Bar­schel hat die Wit­we Straf­an­zei­ge gegen unbe­kannt bei der Staats­an­walt­schaft Lübeck gestellt. Am Mitt­woch­vor­mit­tag ging die Anzei­ge von Freya Bar­schels Anwalt Jus­tus War­burg bei der Staats­an­walt­schaft Lübeck ein. Der Vor­wurf lau­tet: Straf­ver­ei­te­lung im Amt.
  • Kauf­an­ge­bot für WAZ-Konzern: Was hin­ter Sprin­gers Coup steckt — SPIEGEL ONLINE — Springer-Boss Mathi­as Döpf­ner will nach manager-magazin-Informationen die WAZ-Gruppe kau­fen. Doch die Eigen­tums­ver­hält­nis­se in dem Esse­ner Kon­zern und sogar Sprin­gers eige­ne Stra­te­gie spre­chen gegen den Deal. Die Offer­te ver­folgt daher ver­mut­lich nur ein Ziel: den Kon­kur­ren­ten zu behindern.

Lesezeichen vom 02.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Fefes Blog — Face­book hat einen Deal mit diver­sen Mobil­funk­an­bie­tern gemacht, dass man kos­ten­los auch mit abge­lau­fe­ner Prepaid-Karte noch Face­book kli­cken kann. Als nächs­tes muss dann die Kon­kur­renz nach­zie­hen, und am Ende zahlt man nur noch für den Zugriff auf die nicht­kom­mer­zi­el­len Sei­ten im Internet.

Anmerkungen zum Weltgeschehen 7

[audio:http://schneckenradio.de/audio/anmerkungen7.mp3|artists=Tati & Carsten|titles=Anmerkungen zum Welt­ge­sche­hen 7]

[ Download-Link | Musik: Litt­le Thom Insi­de joke, Mark Lyford — Chillout ]

Was den Bloggern Zitate der FAZ kosten

Ich habe ja schon ein­mal geschrie­ben, dass es ris­kant sein kann, ein­fach als Blog­ger wie Goog­le Kurz­zi­ta­te der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung zu ver­wen­den. Denn dort meint man, dass selbst Zita­te in einem recht­mä­ßi­gen Umfang ger­ne bezahlt wer­den sol­len. Was man dadurch auch sagt, ist: Jeder noch so klei­ne Satz der FAZ besitzt eine schüt­zens­wer­te Schöp­fungs­hö­he. Das bedeu­tet für Blog­ger, dass sie, wenn sie mal so eine kur­ze Inhalts­an­ga­be eines FAZ-Textes über­neh­men, so wie Goog­le das macht, sat­te 170 € an die Haus­zei­tung der Deut­schen Bank über­wei­sen sollen.

Ja, und war­um soll man nach Aus­kunft der Zei­tung Zita­te die­ser Zei­tung für so viel Geld ver­wen­den? Schlicht jeder Text gewön­ne

an Akzep­tanz durch die­sen attrak­ti­ven Content

Tja, was immer das genau heißt, in ver­ständ­li­chem Deutsch lässt es sich ein­fach nicht mehr aus­drü­cken, so modern ist das.

Also lie­ber Hän­de weg von der FAZ. Und wer eine Alter­na­ti­ve sucht, soll­te sich mal in die NZZ reinlesen.

Aktua­li­sie­rung 30.01.2012
Inzwi­schen ist die Dar­stel­lung auf der Sei­te der FAZ so, dass unter einem zu bezah­len­den Text ein Drit­tel eines Gesamt­tex­tes ver­stan­den wird, der im Zusam­men­hang zitiert wird. Somit sind Kurz­zi­ta­te auch in der Dar­stel­lung der FAZ okay, wenn auch die­se Dar­stel­lung stark nach juris­ti­schem Schnick­schnack klingt.

Lesezeichen vom 03.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Bank­sy — Wiki­quo­te — The thing I hate the most about adver­ti­sing is that it attracts all the bright, crea­ti­ve and ambi­tious young peop­le, lea­ving us main­ly with the slow and self-obsessed to beco­me our artists.. Modern art is a dis­as­ter area. Never in the field of human histo­ry has so much been used by so many to say so little.
  • Fefes Blog — Das wird euch jetzt sicher genau so über­ra­schen wie mich: Die Poli­zei ruft regel­mä­ßig Benut­zer­da­ten von Inter­net­fir­men ab. Der Punkt ist dabei weni­ger, dass sie das tun, son­dern der Umfang in dem sie das tun und dass über Tele­fon­ab­hör­an­fra­gen Sta­tis­ti­ken geführt wer­den müs­sen, nicht aber über Internetdatenabfragen.
  • Four-year-old learns Darth Vadar is Luke’s father — You’ve never seen a liter­al­ly slack jaw until you’ve seen a four-year-old watching Empi­re Strikes Back for the first time and learning that Darth Vader is Luke’s father.
  • Sein Tod lässt mich fas­sungs­los zurück — CARTA — die Rede Thy­mi­an Bus­se­mers auf der Trau­er­fei­er für Robin Meyer-Lucht.
  • Cyber­space” ist schuld — Ste­fan Nig­ge­mei­er lässt Medi­en­for­scher Jan Schmidt zu Wort kom­men, der ver­mu­tet, dass die Tren­nung zwi­schen “wirk­li­chem Leben” und dem ver­meint­lich los­ge­lös­ten Ort Inter­net nicht zuletzt von der star­ken Meta­pher des “Cyber­space” herrührt.
  • Relaunch FAZ.NET — Fie­te Ste­gers sam­melt Mei­nun­gen zur neu­en Inter­net­dar­stel­lung der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zeitung

Guten Morgen

Morgenkaffee

Kat­rin Schus­ter kri­ti­siert die aktu­el­le Bücher-Bestseller-Liste anhand der ers­ten Sät­ze der Bücher. Mehr soll­te man wohl auch nicht unbe­dingt lesen.

Aman­da Knox ist in Ita­li­en vom Vor­wurf, ihre Mit­be­woh­ne­rin ermor­det zu haben, aus Man­gel an Bewei­sen frei­ge­spro­chen wor­den. Wie Zei­tungs­be­rich­te aus­ge­se­hen hät­te, wenn sie nicht frei­ge­spro­chen wor­den wäre, zeigt ein aus Ver­se­hen online gegan­ge­ner Bericht der eng­li­schen Dai­ly Mail.

Ben Becker spricht dar­über, dass man in Deutsch­land als Schau­spie­ler nur dann gut im Geschäft ist, wenn man mit dem Strom schwimmt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist die deut­sche Lite­ra­tur­best­sel­ler­lis­te bald genau­so unbe­deu­tend wie deut­sche Musik­charts? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Was ich noch sagen wollte zu… Herles’ verstaubtem Sofa

Man kann ja seit eini­ger Zeit mit Inter­es­se beob­ach­ten, wie das ZDF eine Lite­ra­tur­sen­dung nach der ande­ren ver­geigt, wenn es dar­um geht, einen Nach­fol­ger für das Reich-Ranickis Lite­ra­ri­sches Quar­tett oder auch nur für Hei­den­reichs Lesen! zu finden.
Die­ses Mal hat man sich wohl gedacht: Wir brau­chen auch so eine Sen­dung wie druck­frisch, bloß bie­de­rer. Und so kam Wolf­gang Her­les die Auf­ga­be zu, eine hip­pe Sen­dung im Haupt­pro­gramm des ZDF zu machen. Her­aus­ge­kom­men ist ein unaus­ge­go­re­ner Schmu, der es weder ver­steht, Lite­ra­tur mit Niveau zu ver­mit­teln, noch zu unter­hal­ten. Her­les doziert ange­strengt über irgend­wel­che Bücher, wobei der Leser mit der Fra­ge im Stich gelas­sen wird, wonach Her­les eigent­lich sucht, nach wel­chen Kri­te­ri­en er lobt oder tadelt. Eine Sen­dung ohne Potential.
Ich stol­pe­re gera­de über­haupt nur über die Sen­dung, weil ich mir das neue Aus­se­hen der FAZ-Internetseite zu Gemü­te füh­re. Dabei springt mir eine aktu­ell schei­nen­de, loben­de “Früh”-Kritik der Sen­dung ins Auge, die auf der Feuilleton-Seite aktu­ell erscheint, aber doch schon knapp 3 Wochen alt ist. Ähn­lich ver­staubt wie das blaue Sofa.

Bitte keine Werbespionage einwerfen

Ich bin jetzt nicht so ein, wie heißt das noch gleich, Geek, dass alles, was an Online-Technik von mir ver­wen­det wird, total mein geis­ti­ges Durch­drin­gen wie­der­spie­gelt. Ande­re Blog­ger müs­sen ja unbe­dingt Soft­ware an den Start brin­gen, die sie sel­ber geschrie­ben haben, deren höchs­ter Admin sie selbst sind. Da bin ich schon etwas gelas­se­ner. Die Din­ge, die hier ver­öf­fent­licht wer­den, sind nun eben mal nicht Allerprivatestes.
Face­book möch­te ich den­noch etwas fern­hal­ten. Das habe ich schon mal geschrie­ben, doch immer zwei Brow­ser am Lau­fen zu haben, ist auch etwas ner­vig. Vor allen auf Rech­nern, die eh nur für gele­gent­li­ches Sur­fen bestimmt sind. Daher ver­wen­de ich dort den Fire­fox Brow­ser mit ein paar Bitte-keine-Werbespione-unnätig-reinlassen-Plugins, die da wären: Share­Me­Not, Request­Po­li­cy, Bet­ter­Pri­va­cy, und natür­lich Adblock Plus.
Man muss zwar anfangs diver­se Rech­te für Sei­ten extra anle­gen, aber nach eini­ger Zeit — man surft ja eh oft auf den­sel­ben­Sei­ten — hat sich das Gan­ze sehr schön ein­ge­spielt. Und mann schützt sich auch etwas vor der Infor­ma­ti­ons­über­flu­tung, die eini­ge Web­mas­ter ihren Besu­chern antun.

Das vergeigte Fernsehpreis bei RTL

Vor Jah­ren habe ich Sat1 mal aus mei­ner Lis­te im Fern­se­hen ein­pro­gram­mier­ter Sen­der genom­men. Das ewi­ge Hartz-IV-Fernsehen ging mir auf den Zei­ger: Fern­se­hen über Hartz-IV-er für Hartz-IV-er von geis­ti­gen Hartz-IV-ern ist für den­ken­de Men­schen ein­fach nicht erträg­lich und depri­mie­rend. RTL habe ich nicht geschaut, aber auch nicht gelöscht. Trotz­dem ver­schwand es mühe­los und ohne, dass man irgend­et­was ver­miss­te, von der Bildfläche.

Sowas ent­wöhnt einen als Fern­seh­zu­schau­er etwas von der Boden­lo­sig­keit des Niveaus, dass sich im Pri­vat­fern­se­hen hier und da breit gemacht hat. Das habe ich erst letz­tens gemerkt, als ich beim Zap­pen zufäl­lig bei n-tv stopp­te, weil Peter Klöp­pel da war. Und was die Mode­ra­ti­ons­at­trap­pe, die Klöp­pel da zu inter­view­en ver­such­te, Klöp­pel frag­te, das sagt so unheim­lich viel:

Wie fei­ern Sie eigent­lich die­ses Jahr den 11. September?

Da braucht man kei­ne Scher­ze mehr machen: Das ist die Dis­qua­li­fi­ka­ti­on seriö­sen Jour­na­lis­mus­ses. Gut, ok, wir spre­chen über n-tv, nicht über seriö­sen Jour­na­lis­mus. N-tv sind schließ­lich auch die, die ihren Prak­ti­kan­ten nicht unbe­dingt Koh­le zah­len, und sich über bezahl­te Prak­ti­ka auf­re­gen, oder so. Wie soll da das Pro­gramm auch groß aussehen?

N-tv-Muttersender RTL hat nun bei der Sen­dung zum Fern­seh­preis 2011 etwas geschafft, das irgend­wie neu ist: Die Fern­seh­kri­ti­ker haben bei die­ser Sen­dung der­art kei­nen Bock mehr auf die niveau­lo­se Mach­art der Sen­dung, dass sie ihre ernst­haf­te Kri­tik inhalt­lich abbre­chen. Ste­fan Nig­ge­mei­er belässt es bei der Betrach­tung des pie­täts­lo­sen Toten­ge­den­kens in der Sen­dung, Hans Hoff hängt die Sen­dung an der Klatsch­tan­te von RTL auf und klam­mert sich an Oli­ver Pocher. Die Sen­dung war so schlecht, dass Pocher als Qua­li­täts­fern­se­hen durchgeht.

Vor eini­ger Zeit hat die RTL-Chefin Kri­tik am Pro­gramm­ni­veau ihres Sen­ders damit abge­tan, dass die Zuschau­er es angeb­lich so wol­len. Das scheint Kri­tik den Boden unter den Füßen weg­zie­hen zu las­sen. Inzwi­schen ist man wohl so kri­tik­be­freit, dass man gar nichts mehr an sich her­an kom­men lässt. Bal­ler­mann­fern­se­hen ohne Alkohol.

Aber gut: Ich schaue RTL schon lan­ge nicht mehr.

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