Lesezeichen vom 17.09.2011

Die Nachtgeschichten für heute

  • Das kal­te Herz des Inter­net — Tages­spie­gel — Wo schreck­li­ches Schick­sal zum Online­ge­schäft wird. Eine Pole­mik von “Cicero”-Chefredakteur Micha­el Nau­mann. Anlass: die inter­ak­ti­ve Gra­fik zu 9/11 auf der Spiegel-Website.
  • Sane RSS usa­ge – Marco.orgRSS is a gre­at tool that’s very easy to misu­se. And if you’re sub­scribing to any feeds that post more than about 10 items per day, you’re pro­bab­ly misusing it. I don’t mean that you’re using it in a way it wasn’t inten­ded — rather, you’re using it in a way that’s not good for you.
  • Fefes Blog — Im Golf von Mexi­ko leckt übri­gens fröh­lich wei­ter Öl ins Meer. Soviel zu BP und ihren “wir ver­sie­geln das schon irgend­wie” Geschich­ten. Die haben das ein­fach aus­ge­ses­sen, bis kei­ner mehr Bock hat­te, ihnen beim Ver­lie­ren zuzu­gu­cken.
  • Kat­rin Schus­ter » Am Ori­gi­nal­schau­platz — Fer­di­nand von Schi­rachs Roman „Der Fall Col­li­ni“ wird [in der ZDF-Sendung “Das blaue Sofa”] ver­ris­sen und zwar mit kei­nes­wegs lite­ra­tur­kri­ti­schen Kate­go­ri­en. Zunächst heißt es, von Schi­rach habe sich „Best­sel­ler­eh­ren erwor­ben, und umso grö­ßer sind nun die Erwar­tun­gen“ – was ein Marketing-, aber kein lite­ra­tur­kri­ti­sches Argu­ment ist. Dann erklärt Her­les, es habe ihn am „meis­ten geär­gert“ (seit wann ist Ärger ein Argu­ment?), dass von Schi­rachs Groß­va­ter in die­sem Roman „viel zu gut weg­kommt“. Dass der NS-Reichsjugendführer von Schi­rach in die­sem Buch gar nicht vor­kommt, ist Her­les offen­bar egal, die Figur des alten Man­nes wird ein­fach mit Bal­dur von Schi­rach gleich­ge­setzt[…]. Dass von Schi­rach sei­nen Groß­va­ter nicht gekannt hat, „kann“, so Her­les „kei­ne Ent­schul­di­gung sein für einen Schrift­stel­ler, der sich mit die­ser Zeit beschäf­tigt“. Soll hei­ßen: Ab sofort besteht für Schrift­stel­ler die Pflicht zum Auto­bio­gra­fi­schen, weil „Das blaue Sofa“ Lite­ra­tur anders nicht begrei­fen kann.
  • Tref­fen in Bres­lau — Euro­pa liest Ame­ri­ka die Levi­ten — Ber­li­ner Mor­gen­post — US-Finanzminister Timo­thy Geit­h­ner mahn­te in Bres­lau auf dem Tref­fen mit sei­nen Amts­kol­le­gen aus der EU mehr Einig­keit an – und ern­tet hef­ti­ge Kri­tik.
  • Talkshow-Marathon der ARD: Nach einer Woche wird uns matt vor Augen — FAZ.NET — Die ARD hat ein neu­es Spät­abend­pro­gramm. Das kennt nur ein Gen­re — die Talk­show. Und die Talk­shows ken­nen nur eine Farb­kom­bi­na­ti­on, sie reicht von sanf­tem Rot bis zu dezen­tem Blau.
  • Fol­gen­rei­cher Poli­zei­ein­satz in Rosen­heim — Ach­tung, Über­fall! — sueddeutsche.de — Noch immer haben sie sich nicht von dem Schock erholt: Im Novem­ber dran­gen zwei Zivil­po­li­zis­ten bei der unbe­schol­te­nen Fami­lie ein und ran­gen sie nie­der. Jetzt hat die Staats­an­walt­schaft Ankla­ge erho­ben — gegen die Fami­lie.
  • naklar.at | Hat mein rosa Ein­horn Flü­gel? — Wenn es ein Phä­no­men gar nicht gibt, dann ist es auch sinn­los, sich den Kopf dar­über zu zer­bre­chen, auf wel­che Wei­se es funk­tio­nie­ren soll. Wenn es kei­ne geheim­nis­voll strah­len­den Was­ser­adern gibt, dann muss man nicht erfor­schen, wie sie auf uns wir­ken.
  • Gele­sen: Anke Grö­ner “Nudel­di­cke Deern” : Nut­ri­Cu­li­na­ry — Anke Grö­ner hat ein Buch geschrie­ben über ihren Weg zurück zum Genuss, über ihren Weg zurück zu Selbst­ach­tung und Wohl­ge­fühl. Gewohnt poin­tiert, nie­mals in Selbst­mit­leid zer­ge­hend, zeigt Anke den Lese­rIn­nen auf ihrem Weg auch die Irr­tü­mer und unhalt­ba­ren Vor­ur­tei­le die mit dem The­ma ein­her­ge­hen. Die­se Buch reißt Mau­ern in Köp­fen ein und das mit ergrei­fen­der Logik und gro­ßem Fak­ten­reich­tum, dazu eine Pri­se Grö­ner­scher Humor- mich hat die Lek­tü­re berei­chert, es ist ein wich­ti­ges Buch auf dem Weg in eine moder­ne, den­ken­de Ess- und Genuss­ge­sell­schaft.
Weiterlesen

Sucht Google auch übersetzte Begriffe?

Ich habe mal wie­der nach mei­ner eige­nen Sei­te gesucht und bin über­rascht, dass auch ein Begriff her­aus­ge­ho­ben wird, den man als deut­sche Über­set­zung von Too much infor­ma­ti­on bezeich­nen kann:

Ich kann mir jeden­falls gera­de nicht erklä­ren, wes­we­gen der Begriff fett gedruckt erscheint. Aber eben­so­we­nig leuch­tet es mir der­zeit ein, wie­so der Goog­le Reader mich noch­mal bei Goog­le anmel­den möch­te, wäh­rend ich bei Goog­le Mail ange­mel­det bin und dar­über ohne noch­ma­li­ge Anmel­dung zum Goog­le Reader gelan­ge. Muss man viel­leicht auch nicht ver­ste­hen.

Weiterlesen

Klaus Kocks und die Piraterie

Mei­ne Güte, einen so strunz­däm­li­chen Text über Poli­tik habe ich auch schon lan­ge nicht mehr gele­sen: Klaus Kocks ver­sim­pelt die Pira­ten­par­tei auf den Nen­ner, sie sei, weil sie gegen den Begriff des geis­ti­gen Eigen­tums sei, gänz­lich gegen Pri­vat­ei­gen­tum:

Wer Frei­heit und Sozia­lis­mus will, muss Pri­vat­ei­gen­tum und Wett­be­werb wol­len.

Ich stim­me der Pira­ten­par­tei in ihrer Argu­men­ta­ti­on zum geis­ti­gen Eigen­tum nicht zu, aber aus ihr fol­gert sich nicht, dass man gleich ganz gegen Pri­vat­ei­gen­tum und Wett­be­werb ist. Und dass die Pira­ten­par­tei für Sozia­lis­mus sein soll, der mei­nes Erach­tens gera­de mit Frei­heit, Pri­vat­ei­gen­tum und Wett­be­werb auf Kriegs­fuß steht — nein, Herr Kocks ist da wohl ein­fach durch­ein­an­der gekom­men.

Weiterlesen

Jugendverdrossenheit?

Ach, Gott­chen, was soll man denn nun schon wie­der mit so einem Text anfan­gen? John­ny Haeus­ler wähnt beim Tages­spie­gel, Poli­ti­ker könn­ten jugend­ver­dros­sen sein. Dies tut er mit Blick auf die E-Petition von vor ein paar Tagen. Bei aller Lie­be, John­ny, das war nicht die Jugend. Ich glau­be auch nicht, dass die Pira­ten­par­tei die Jugend ist. Der Text bauscht ledig­lich Unter­stel­lun­gen auf. Poli­ti­ker­ba­shing nach dem Bau­kas­ten­prin­zip. (Übri­gens das­sel­be Bau­kas­ten­prin­zip, nach dem Lobo in der Vor­wärts inkl. völ­lig ver­geig­tem Aristoteles-Bezug mein­te, dass die Alten die Jun­gen wegen ihrer Tech­nik­be­geis­te­rung gei­ßeln. )

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Horst Köh­ler ist über­ra­schend wie­der auf der poli­ti­schen Büh­ne auf­ge­taucht. Dabei ging es um Fra­gen zur Wäh­rungs­uni­on, die etwas abseits der mas­sen­me­dia­len Bericht­erstat­tung lie­gen.

POPCORN! Eva Auto­bahn Her­man wirft Fami­li­en­mi­nis­te­rin Schrö­der vor, ihrem Kind gro­ßen Scha­den zuzu­fü­gen. Es sei ein Natur­ge­setz, dass eine Mut­ter die ers­ten 3 Jah­re auf ihr Kind auf­pas­sen müs­se.

Das Nuf ver­gleicht eige­ne mit frem­den Kin­dern. Die Leser­schaft knirscht mit den Zäh­nen.

Ber­li­ner Poli­zis­ten haben künf­tig viel­leicht eine zusätz­li­che Waf­fe dabei: Ihr Namens­schild.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Hal­ten die ande­ren EU-Länder die Deut­schen eigent­lich inzwi­schen für raff­gie­ri­ge Arsch­lö­cher? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen