Lesezeichen vom 16.09.2011

Die Nachtgeschichten für heute

  • osradio-Podcast » Blog Archi­ve » IG Bau : mit Xertifix-Siegel gegen Kin­der­ar­beit in Stein­brü­chen — Kaum zu glau­ben, aber wahr. Auf vie­len deut­schen Bau­stel­len wer­den häu­fig Natur­stei­ne benutzt, die in Kin­der­ar­beit her­ge­stellt wur­den. Die Kin­der arbei­ten in vie­len – ver­mehrt in indi­schen – Stein­brü­chen und sind unglaub­li­chen Gefah­ren aus­ge­setzt. Die Indus­trie­ge­werk­schaft Bauen-Agrar-Umwelt appel­liert nun an die Kom­mu­nen im Raum Osna­brück, beim Kauf von Natur­stei­nen stär­ker auf deren Her­kunft zu ach­ten.
  • UBS-Spekulationsskandal: Jetzt wackelt Note bei Moody’s und S&P — FAZ.NET — Einen Tag nach Bekannt­wer­den eines mil­li­ar­den­schwe­ren Spe­ku­la­ti­ons­skan­dals bei der UBS rich­tet der Finanz­markt den Blick auf das Risi­ko­ma­nage­ment der Bank. Zwei Rating­agen­tu­ren prü­fen eine Her­ab­stu­fung der Boni­tät.
  • Wahl­kampf in Ber­lin: Rena­te Kün­ast: Mache­rin mit ver­lo­re­nem Macht­an­spruch — Augs­bur­ger All­ge­mei­ne — Rena­te Kün­ast will Regie­ren­de Bür­ger­meis­te­rin wer­den. Sie kämpft, sie ackert, sie legt ihre Fin­ger in die offe­nen Wun­den, benennt die Pro­ble­me der Stadt und die Defi­zi­te der zehn­jäh­ri­gen rot-roten Poli­tik. Ber­lin, wird sie nicht müde zu kri­ti­sie­ren, müs­se drin­gend die „rote Later­ne“ los­wer­den. Die Stadt habe 62 Mil­li­ar­den Euro Schul­den und ste­he vor einem har­ten Spar­kurs, die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen sei so hoch wie nir­gend­wo sonst, jedes vier­te Kind aus einer Migran­ten­fa­mi­lie ver­las­se ohne Abschluss die Schu­le, in allen Bil­dungs­stu­di­en lan­de Ber­lin abge­schla­gen ganz hin­ten, wegen stark stei­gen­der Mie­ten herr­sche auf dem Woh­nungs­markt ein dra­ma­ti­scher Ver­drän­gungs­wett­be­werb. Nur, die Ber­li­ner wol­len gar nicht, dass sich viel ändert. Kün­ast kann kämp­fen, soviel sie will, sie kommt bei den Men­schen nicht an, wäh­rend Wower­eit bei sei­nen Ber­li­nern ankommt, weil er nicht kämpft, son­dern sie umarmt. Das mit Span­nung erwar­te­te Duell ist gar kei­nes, jeden­falls kei­nes auf Augen­hö­he.
  • CCC | ARD und Fraun­ho­fer pro­ben die Total­über­wa­chung — “Am 18. Sep­tem­ber ver­an­stal­tet der SWR4 als Höhe­punkt der Fest­sai­son sein SWR-Fest in Hei­den­heim. Das Fraun­ho­fer IOSB nahm die Ein­la­dung des SWR ger­ne an, auf dem Fes­ti­val das Sicher­heits­sys­tem AMFIS ein­zu­set­zen und zu prä­sen­tie­ren.” Das AMFIS-System ist ein mili­tä­ri­sches Ver­trags­for­schungs­pro­jekt, spe­zia­li­siert auf die Über­wa­chung von Regio­nen und Stra­ßen und das Loka­li­sie­ren und Iden­ti­fi­zie­ren von Per­so­nen und Fahr­zeu­gen. Dazu wer­den Daten von flie­gen­den Droh­nen, Heli­um­bal­lons, Funk-Sensornetzen, Infra­rot­ka­me­ras und Web­cams aus­ge­wer­tet. Das tech­ni­sche Arse­nal wird nun auf dem SWR-Sommerfest auf­ge­fah­ren. Ziel des Ein­sat­zes von AMFIS ist das Fest­stel­len auf­fäl­li­gen Ver­hal­tens. [3] Das Frie­dens­ple­num Mann­heim [4] schätzt das Fraunhofer-Institut IOSB als Insti­tu­ti­on ein, die sich über­wie­gend durch mili­tä­ri­sche Auf­trags­for­schung finan­ziert und zum »effi­zi­en­te­ren Töten bei­trägt«.
  • Sagen Sie jetzt nichts, Udo Lin­den­berg — Ein Inter­view ohne Wor­te — Süd­deut­sche Zei­tung Maga­zin — Ein Inter­view, in dem der Sän­ger nichts sagt und doch alles ver­rät: über Hei­rats­ängs­te, Sonn­tag­aben­de bei Lin­den­berg und den lie­ben Gott.
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Warum Facebook die Luft ausgeht

Es gab mal im eng­li­schen Sprach­raum eine sehr hüb­sche Sei­te. Benut­zer konn­ten auf der Sei­te den Zeit­punkt bezeich­nen, an dem eine bestimm­te Fern­seh­se­rie ihren Zenit über­schrit­ten hat­te. Jum­ping over the shark heißt das im Eng­li­schen.
Das glei­che pas­siert gera­de mit Face­book, wie mir scheint. Anfangs war Face­book eine Ant­wort auf den Infor­ma­ti­ons­über­fluss, der den Benut­zern durch das Inter­net ent­ge­gen­kommt: Man hat­te eine begrenz­te Anzahl ver­netz­ter Nut­zer, die in Grup­pen Infor­ma­tio­nen aus­tau­schen konn­te. Die­se Stra­te­gie hat­te schon in den 90ern gefruch­tet und wur­de in ihrer aktua­li­sier­ten Form zu einem Ren­ner.
Aber Face­book stellt kei­ne eige­nen Inhal­te her und ist auf die Krea­ti­vi­tät ihrer Nut­zer ange­wie­sen. Der Aus­stoß davon aber sta­gniert und geht zurück: Der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch, die Dis­kus­si­on über Grup­pen ist so tot wie bei Stu­di­VZ. Man steht vor dem­sel­ben Über­an­ge­bot von Baga­tell­in­for­ma­tio­nen, des­sen Absti­nenz Face­book einst so inter­es­sant mach­te. Das ist zumin­dest der Ein­druck, den ich gera­de habe. In mei­ner Time­li­ne sind oft­mals die­sel­ben Leu­te, die den­sel­ben lang­wei­li­gen Kram abson­dern.
Dage­gen kann man nicht anpro­gram­mie­ren, den­ke ich. Erst ver­ab­schie­den sich die krea­ti­ven Köp­fe, die Face­book eher als stö­rend denn als hilf­reich erach­ten, dann die Mar­ke­ting­men­schen, und wer immer da noch über­bleibt, er wird Face­book nicht wie­der­er­hy­pen kön­nen.
Das klingt sicher­lich etwas defäi­tis­tisch, aber das nächs­te gro­ße Ding wird kom­men, kei­ne Sor­ge.

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Knöllchen

Wer sel­ber an sei­nem Blog­de­sign bas­telt, der weiß: Man kann unheim­lich lan­ge dran sit­zen. Und doch stutzt man manch­mal über Din­ge, die ewig nicht ver­än­dert wor­den sind. Ich hat­te ja so einen Aha-Moment, als ich das ers­te Mal die sinn­vol­le Kom­bi­na­ti­on von Kalen­der und Archiv-Darstellung gese­hen habe, so wie ich sie auch hier ein­set­ze: Das Archiv in aus­klick­ba­rer Ver­si­on über dem Kalen­der, so daß eine Sym­bio­se ent­steht.
Heu­te hat­te ich den Geis­tes­blitz, dass es doch viel sin­ni­ger ist, wenn die Archiv­dar­stel­lung der Mona­te und Tage nicht vom Ende zum Anfang, son­dern vom Anfang zum Ende des Monats bzw. Tages geht. Des­we­gen hei­ßen die Lese­zei­chen von heu­te an Nacht­ge­schich­ten, da sie den Abschluss des Tages dar­stel­len.
Viel­leicht geht das mei­nen Lesern, ob kon­ti­nu­ier­li­che oder zufäl­li­ge, am Aller­wer­tes­ten vor­bei. Ich weiß wirk­lich nicht, ob es das Design ist, dass Leser zum Wie­der­keh­ren zu einer Sei­te bewegt oder ob es allein der Inhalt ist. Und ich wun­de­re mich auch etwas, wie wenig die Blog­ger dar­über quat­schen. Jeden­falls kommt mir die Umstel­lung sinn­voll vor.

[ Foto: ttcop­leybore­dom | Crea­ti­ve com­mence licence ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Wo ist Michel Hou­el­le­becq? Ein fran­zö­si­sches Blog ver­mel­det, dass der fran­zö­si­sche Bestseller-Autor ver­schütt gegan­gen ist.

Kein Hulu: Die deut­schen Pri­vat­sen­der ver­schla­fen das Inter­net­zeit­al­ter.

Ange­sichts der aktu­el­len Europa-Politik der CSU wünscht sich Heri­bert Prantl den Stoi­ber zurück.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wozu soll das Inter­net noch mal genau ins Fer­se­hen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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