Guten Morgen allerseits!

Archiv für August 2011

Die Top10-Tweets des Julis

Außer Konkur­renz:

Guten Morgen

Morgenkaffee

Es ist August, die Leute rück­en mit ihren Lieblingst­weets raus. Für den Anfang: Felix Schwen­zel, Kiki und meinere­in­er.

Die USA haben endlich einen Kom­pro­miss im Schulden­stre­it und ÜBERRASCHUNG: Sie nehmen neue Schulden auf. Natür­lich auf Kosten der sozial Schwachen. LAND OF THE FREE, HOME OF THE BRAVE.

Erwin Teufel rech­net mit Ange­la Merkel ab.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann gibt es in den USA denn mal Proteste gegen ungle­iche Verteilung? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

R.i.p. Joerg-Olaf Schaefers (1972–2011)

Der über Blogs wie Medi­en­rauschen und Netzpolitik.org bekan­nt gewor­dene, poli­tis­ch inter­essierte Blog­ger Joerg-Olaf Schae­fers ist gestor­ben.

Mit ihm ver­liert die deutsche Blog­gosphäre einen engagierten, wort­ge­wandten Schreiber, der es bei den Inter­net­the­men, über die er immer wieder schrieb, ver­stand, sach­lich und sprach­lich genau und aus­ge­wogen zu ver­mit­teln.

Ich habe ihn zwar, auch wenn er nur um die Ecke lebte, lediglich über seine Tex­te gekan­nt, aber schon dieser Ein­druck war prä­gend. Mein Mit­ge­fühl allen Trauern­den.

Lesezeichen

Guten Morgen

Morgenkaffee

die einen sind im Dunkeln.
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte.
Die im Dunkeln sieht man
nicht.

Mir ist eine solche Welle von Mitlei­ds­bekun­dun­gen im deutschen Inter­net für jeman­den, dessen Äußerun­gen im Inter­net so bekan­nt, die das Inter­net, wie wir es kan­nten, so lesenswert macht­en, dessen Per­son aber ver­gle­ich­sweise so unbekan­nt war, noch nie begeg­net:

Stel­lvertre­tend: Ste­fan Nigge­meier über Jörg-Olaf Schäfers.

Weit­er im Text: Don Dahlmann und Anke Grön­er rück­en auch noch ihre Twit­ter­lieblinge des Juli raus.

Detlef Kuhlbrodt hat das Man­i­fest von Anders Behring Bre­vik gele­sen, dar­in nichts Intellek­tuelles, son­dern unterm Strich nur Affek­tar­mut gefun­den.

Und während ich mir die Frage stelle: Soll­te man nicht doch mal über die Wirkung von Baller­spie­len reden? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Fingerübung

Wie die Springerpresse Guttenberg rückplagiiert

Ich weiß nicht, wie man so arbeit­en kann, wie man bei der Springer­presse arbeit­et, aber es scheint Meth­ode zu haben. Thomas Vitzthum schreibt auf welt.de, Gut­ten­bergs “Dis­ser­ta­tion”

set­zt sich mit der Entwick­lung auch der amerikanis­chen Ver­fas­sung auseinan­der. Schon ganz zu Beginn beschäftigt sie sich mit den „Fun­da­men­tal Orders of Con­necti­cut“. Hier hat­ten die Pla­giate­jäger nichts zu bean­standen.

Das klingt ja schon mal inter­es­sant für eine Arbeit, bei der die Pla­giate­jäger auf 94,4% der Seit­en Pla­giate ent­deckt haben. Die Textstelle umfasst die Seit­en 24–27 der “Dis­ser­ta­tion” Gut­ten­bergs. Pla­giate find­en sich auf den Seit­en 24, 25, und 27. Dass auf 3 von 4 Seit­en Pla­giate bean­standet wer­den, nen­nt Vitzthum “nichts zu bean­standen”.

Wer so arbeit­et, kann auch während eines Gewit­ters nach draußen schauen und sagen, von Regen kön­ne keine Rede sein.

Schlumpflied des japanischen Frauenfußballteams

Die spin­nen, die Japan­er:

Was ich noch sagen wollte zu … Modepolitik

Ich habe ja schon ein­mal gesagt: Auf die CDU haut man im Inter­net noch am lieb­sten ein. Nun hat es Siegfried Kaud­er getrof­fen mit sein­er Aus­sage, es sei in let­zter Zeit Mode gewor­den, Frei­heit­srechte der Bürg­er in den Vorder­grund zu stel­len, und Sicher­heit­saspek­te in den Hin­ter­grund.

Was die Inter­ne­tak­tiven größ­ten­teils daraus macht­en, war, dass Kaud­er gesagt habe, das Ein­treten für Frei­heit­srechte sei eine Mod­eer­schei­n­ung. Nur: Das hat Kaud­er nicht gesagt. Falsch ver­ste­hen kann jed­er Depp und das auch noch zu zele­bri­eren, zeugt nicht davon, dass man dem The­ma gewach­sen ist.

Was Kaud­er unterm Strich gesagt hat, ist, dass es eine Mode gewor­den sei, Sicher­heit­srechte der Bürg­er gegen Frei­heit­srechte der Bürg­er auszus­pie­len. Man solle aber das eine wie das andere ver­fol­gen.

Wenn man dann sowas meint wie:

Natür­lich wäre es nicht schlecht, wenn die Polizei genug Per­son­al hat, um auch im Inter­net mal zu schauen, welche Geis­tes­gestörten sich an welchem Winkel des Net­zes ger­ade aus­to­ben.

merkt man schon gar nicht mehr, dass man wenig anderes sagt als Kaud­er.

Lesezeichen

  • Jörg-Olaf Schäfers — … wird mir in Erin­nerung bleiben als ein Men­sch, der das Web2.0 wirk­lich ern­st genom­men hat. Manch­mal kon­nte man bei einem beson­ders kon­tro­ver­sen Artikel auf Netzpolitik.org die Kom­mentare herun­ter­scrol­len und stell­te dann fest, dass Jörg-Olaf bei Kom­men­tar 100 immer noch mit den Lesern disku­tierte oder Trolle in ihre Schranken wies. Er war ein Mann, der viel zu sagen hat­te, und der auch viel gele­sen hat. Bei­des kon­nte er gut, und bei­des zusam­men machte Jörg-Olaf zu ein­er der wichtig­sten Stim­men im net­zpoli­tis­chen Inter­net.
  • Wim­mel­bild « kleine Meise – großes Herz — Finde die zahlre­ichen Fehler im Bild
  • Jörg Olaf Schäfers – Irgend­was ist ja immer – Reload­ed — Ich hat­te ihn in meinem Chat­pro­gramm unter “Fre­un­de” einge­tra­gen und die Grup­pe ste­ht ganz oben. Sein all­ge­gen­wär­tiges Pro­fil­bild war eigentlich immer oben zu sehen, es war wie eine Insti­tu­tion in meinen Chatkon­tak­ten. Wenn man sich auf eins ver­lassen kon­nte, dann war das die Anwe­sen­heit von Jörg. Mir ist in den let­zten Tagen schon aufge­fal­l­en, dass sein Bild da oben in meinem Chat­pro­gramm fehlte, aber es ist ja Som­mer. Vielle­icht Urlaub, dachte ich noch. Jet­zt hängt er in den Offline Kon­tak­ten rum – und da hat er doch eigentlich über­haupt nichts zu suchen.
  • Der unheim­liche Erfolg der Tea Par­ty — Wut­bürg­er erobern Wash­ing­ton — Poli­tik — sueddeutsche.de
  • Kul­turkampf nach Breiviks Massen­mord — Wehe, Sie sind #iminter­net­ge­boren — Dig­i­tal — sueddeutsche.de
  • heise online — “Wir hal­ten uns für unglaublich schlaue Leute. Warum benehmen wir uns dann nicht auch so?” – zum Tod von Jörg-Olaf Schäfers — Jörg-Olaf Schäfers arbeit­ete meist aus der zweit­en Rei­he. Als andere das Bloggen zum Broter­werb und zum Marke­nar­tikel macht­en, löschte er sein eige­nes Blog, das er “yet anoth­er media blog” getauft hat­te. Stattdessen arbeit­ete er bei vie­len anderen Pro­jek­ten mit. So war er seit Jahren in der Nominierungskom­mis­sion des Grim­me-Online-Awards, bestück­te eine Kol­ume in der Frank­furter All­ge­meinen Son­ntagszeitung und arbeit­ete beim “Elek­trischen Reporter” mit. Zu öffentlichen Auftrit­ten musste er von Fre­un­den eher genötigt wer­den. Trotz gesund­heitlicher Prob­le­me reis­te er aber öfters quer durch Deutsch­land, um einen Dialog mit Men­schen in Gang zu brin­gen, die – anders als er – das Netz nicht als Leben­sraum ent­deckt hat­ten.
  • Broder und das Breivik-“Manifest”: “Man braucht einen Sün­den­bock” — Panora­ma | STERN.DE — Sie sind immer­hin der neben Thilo Sar­raz­in promi­nen­teste Islam-Kri­tik­er Deutsch­lands. — Broder: Ich habe in der Islam-Debat­te ziem­lich vorne mit­gewirkt, bis­lang gab es keine Möglichkeit, mir was anzuhän­gen. Jet­zt zitiert dieser irre Atten­täter den nor­wegis­chen Blog­ger Fjord­man, der sein­er­seits mich zitiert. Kein­er der Leute, die jet­zt über mich her­fal­l­en, macht sich die Mühe, auch nur einen einzi­gen Beleg dafür anzuführen, dass ich irgend­was gesagt habe, das inhaltlich mit dem Blog­ger übere­in­stimmt. Ich habe nichts gegen Moscheen und ich habe nichts gegen gle­iche Rechte für Immi­granten. Ich hät­te in der Schweiz auch gegen das Minarett-Ver­bot ges­timmt. Dass sich jet­zt alle an mir aus­to­ben, sind irgendwelche kollek­tiven Psy­cho­sen. Ein Teil der Öffentlichkeit ist ein­fach aus­gerastet. Da hat jede Ratio aus­ge­set­zt.
  • jörg-olaf schäfers ist tot — wirres.net, fach­blog für irrel­e­vanz — jörg-olaf schwomm nie mit dem strom, son­dern stets mit seinen überzeu­gun­gen. wir waren nicht immer der gle­ichen mei­n­ung, aber ich hat­te stets das gefühl, dass seine überzeu­gun­gen oder argu­mente fundiert­er als meine waren. er hat­te die sel­tene fähigkeit dinge zu ende zu denken — oder zumin­dest weit­er als ich. auch deshalb wird er nicht nur mir, son­dern der welt fehlen.
August 2011
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