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CDU will Internetzensur — ab sofort

Mit­glie­der der CDU/CSU-Fraktion möch­ten mit sofor­ti­ger Wir­kung die Inter­net­zen­sur in Deutsch­land ein­füh­ren, weil die mit der FDP ver­ein­bar­te Aus­set­zungs­frist der Zen­sur heu­te aus­läuft:

Der ein­sei­ti­ge Ansatz des Löschens von Kin­der­por­no­sei­ten hat sich als Flop erwie­sen”, sag­te Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Gün­ter Krings der Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung unter Beru­fung auf die aktu­el­le Jah­res­bi­lanz des Bun­des­kri­mi­nal­samts (BKA). “Die Ergeb­nis­se nach einem Jahr sind ein­deu­tig. Ohne Inter­netsper­ren geht es im Kampf gegen Kin­der­por­no­gra­fie nicht.”

Da haben sie aber auch wirk­lich den Rich­ti­gen vor­ge­schickt. Krings ist der­je­ni­ge, der vor einer Woche noch mein­te, die Vor­wür­fe gegen Gut­ten­berg sei­en lächer­lich, das Gan­ze sei eh nur eine Kam­pa­gne der Oppo­si­ti­on:

Sei­ne Dok­tor­ar­beit ist von einem der füh­ren­den deut­schen Ver­fas­sungs­recht­ler wis­sen­schaft­lich betreut wor­den und in einem höchst renom­mier­ten Wis­sen­schafts­ver­lag erschie­nen, der für sei­ne stren­gen Maß­stä­be bekannt ist.

Um es mal mit Fefe zu sagen:

Die Bes­ten der Bes­ten der Bes­ten, Sir!

Wür­de mich nicht wun­dern, wenn dies nur eine hilfs­lo­se Akti­on wäre, um das Guttenberg-Feuer aus­zu­tre­ten. Aber wer Krings zum Feu­er­aus­tre­ten schickt, der kann eigent­lich auch gleich Brand­be­schleu­ni­ger benut­zen.

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Guttenberg-Doktorvater hält Arbeit für Plagiat

Prof. Peter Häber­le hat sich nach knapp zwei Wochen wie­der zu Wort gemel­det, und in einem Schrei­ben die Dok­tor­ar­beit von Karl-Theodor Gut­ten­berg bewer­tet. Er ist nicht inter­viewt wor­den und inso­fern nicht auf die Fra­ge ange­spro­chen wor­den, ob er von einer vor­sätz­li­chen Täu­schung aus­geht. Gut­ten­berg hat­te die Pla­gi­ats­vor­wür­fe gegen sei­ne Arbeit in die Nähe übler Nach­re­de gerückt.

Ich wür­de aller­dings jeman­dem wie Häber­le, der bei einer 10jährigen Pro­mo­ti­on der­art gelinkt wur­de, auch kei­nen Vor­wurf machen, wenn er sich öffent­lich nicht all­zu weit aus dem Fens­ter lehnt. Zwi­schen den Zei­len ist aber den­noch zu lesen, was er wie ein­schätzt:

In mei­ner ers­ten spon­ta­nen und letzt­lich zu vor­schnel­len Reak­ti­on konn­te ich – ohne Detail­kennt­nis der kon­kre­ten Vor­wür­fe – das Aus­maß nicht abse­hen.

Und was war die zu vor­schnel­le Reak­ti­on? Häber­le sag­te, die Vor­wür­fe gegen Gut­ten­berg sei­en

absurd. Die Arbeit ist kein Pla­gi­at.

Tja, und wenn man das der­art zurück­nimmt, wird man wohl das Gegen­teil behaup­ten.

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Was ich noch sagen wollte… zu Jan Fleischhauer

Wenn es noch eines Bewei­ses bedurft hät­te, dass Jan Fleisch­hau­er für den SPIEGEL das ist, was Franz-Josef Wag­ner für die Blöd­zei­tung, dann die­ser Arti­kel über die Kri­tik an Gut­ten­bergs Dok­tor­ar­beits­pla­gi­at als Geschich­te des Auf­stands der Bür­ger­li­chen gegen den kon­ser­va­ti­ven Adel:

der Bun­des­mi­nis­ter der Ver­tei­di­gung, Karl-Theodor zu Gut­ten­berg, hat sich bei der Abfas­sung sei­ner Dok­tor­ar­beit zu frei­ge­big aus den Arbei­ten ande­rer Leu­te bedient. Eine unver­zeih­li­che Schlam­pe­rei bei den Fuß­no­ten — und schon droht den “Fun­da­men­tal­wer­ten einer bür­ger­li­chen Gesell­schaft” irrepa­ra­bler Scha­den, wie die Oppo­si­ti­on nun barmt.

Nee, Herr Fleisch­hau­er, das haben Sie ein­fach nicht ver­stan­den: Copy-Karl hat sich nicht frei­gie­big bedient, er hat vor­sätz­lich abge­kup­fert, frem­de Gedan­ken als eige­ne aus­ge­ge­ben und das nicht duch ver­ges­se­ne Fuß­no­ten, son­dern durch simp­les Kopie­ren, das nie­mals fuß­ge­no­tet wer­den soll­te. Der Scha­den wider­um, der von 30.000 Dok­to­ran­den ange­pran­gert wird, ent­steht nicht durch Gut­ten­bergs Pla­gi­at, son­dern durch die Tole­rie­rung eines der­ar­ti­gen Hoch­stap­lers sei­tens der Bun­des­re­gie­rung. Das ist etwas ande­res.

Zunächst ein­mal ist fest­zu­hal­ten, dass Gut­ten­berg gera­de kein Bür­ger­li­cher ist, wie schon ein Blick auf die Lis­te sei­ner Vor­na­men zeigt, vom Frei­her­ren ganz zu schwei­gen. Wenn über­haupt, dann lässt der fahr­läs­si­ge Umgang mit den Usan­cen des Wis­sen­schafts­be­triebs ein Stan­des­be­wusst­sein erken­nen, wie es dem Adel seit jeher eigen ist.

Soll das nun eine ras­sen­ar­ti­gen Unter­schied zwi­schen Bür­ger­li­chen und Ade­li­gen dar­stel­len, der ver­zeih­bar ist? Ein dop­pel­ter Blöd­sinn, bei dem man gar nicht mehr genau weiß, wann man mit der die­sem Gedan­ken ent­spre­chen­den Fazi­al­pal­mie­rung auf­hö­ren soll­te. Außer­dem: Der Dok­tor­grad ist kei­ne Usance, sprich kein Han­dels­ge­gen­stand einer sozia­len Grup­pe, son­dern eine Wür­de. Das hat Fleisch­hau­er auch nicht ver­stan­den.

Die Fra­ge ist nur, ob man dies als tadelns­wer­te Abwei­chung betrach­tet oder eher als läss­li­che Sün­de, ja sogar lobens­wer­te Auf­leh­nung gegen die repres­si­ve Bür­ger­mo­ral.

Nicht zu ver­ges­sen, Fleisch­hau­er behan­delt hier gera­de einen Pla­gia­ten, der schein­bar weder den Vor­wurf sys­te­ma­ti­schen Pla­gi­ie­rens, der im Raum steht, aus­räu­men kann, noch den Umfang des Pla­gi­ats selbst erfasst hat. Ein Betrü­ger ist nach Fleisch­hau­er also mög­li­cher­wei­se ein Held, weil sei­ne Mis­se­tat der Gesell­schaft bis­her nicht auf­ge­fal­len ist?

Nein, in Fleisch­hau­ers Welt gibt es kei­ne sach­lich berech­tig­te Kri­tik an Gut­ten­bergs Pla­gi­at — allein des­we­gen nicht, weil er es nicht ver­stan­den hat.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Bei der FDP gibt es noch Spaß­vö­gels: For­schungs­ex­per­te Mar­tin Neu­mann for­dert von Copy-Karl, er soll die Pla­gi­ats­vor­wür­fe inner­halb von zwei Wochen aus­räu­men. Schnöff tät­ä­ä­ä­ä­ä­ää!

Die Erde könn­te im Herbst von einem deut­schen Satel­li­ten getrof­fen wer­den.

Der tür­ki­sche Minis­ter­prä­si­dent Erdo­gan hat in Düs­sel­dorf vor 10.000 Immi­gran­ten pro­pa­giert, die­se soll­ten sich inte­grie­ren, aber nicht assi­mi­lie­ren:

Im inter­na­tio­na­len Recht exis­tiert die Vor­schrift, dass Migran­ten in den Län­dern, in denen sie leben, die Spra­che und Kul­tur ihres Her­kunfts­lan­des pfle­gen sol­len.

Ja, super! Erdo­gans Popu­lis­mus basiert auf einem Fun­da­men­ta­lis­mus, nach dem im inter­na­tio­na­len Recht, was wohl das Völ­ker­recht sein soll, die Pflicht zur Bei­be­hal­tung vor­her­ge­hen­der Kul­tur drin ste­hen soll. So ein Mum­pitz.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um will die Tür­kei bei Bei­be­hal­tung eines so tum­ben Natio­na­lis­mus’ über­haupt in die EU? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Der Spie­gel kommt in die­ser Woche mit einem pseu­do­kri­ti­schen Bild-ist-böse-Aufmacher daher und recht­fer­tigt sei­nen Ruf als ehe­ma­li­ges Nach­rich­ten­ma­ga­zin.

Der von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Gut­ten­berg sus­pen­dier­te Gorch-Fock-Kommandant wird offen­bar ent­las­tet reha­bi­li­tiert.

Bei der Sta­si­un­ter­la­gen­be­hör­de muss der Per­so­nal­rats­chef zurück­tre­ten — wegen per­sön­li­chen Kon­tak­ten zur Sta­si.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie lan­ge ist die Uni­on eigent­lich noch bereit, sich mit dem Pla­gia­tor vor­füh­ren zu las­sen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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  • Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter zu Gut­ten­berg: Geziel­te Infor­ma­ti­ons­pan­nen — FAZ.NET
  • Von der Ley­en: Kei­ne Feh­ler bei Hartz-IV-Reform — heute.de — Der DGB-Chef kri­ti­sier­te, dass es bei der Zeit­ar­beit beim Prin­zip “Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit” zu kei­ner Eini­gung gekom­men ist. “Die Bekämp­fung von Lohn­dum­ping und Miss­brauch von Leih­ar­beit müs­sen wei­ter auf der Tages­ord­nung ste­hen. Die Ableh­nung der Regie­rungs­par­tei­en von Equal Pay ist ein gesell­schaft­li­cher Skan­dal.” Som­mer nann­te es unver­ant­wort­lich, dass vor allem die FDP bei der Fra­ge der Leih­ar­beit blo­ckiert und die Posi­ti­on der Arbeit­ge­ber ergrif­fen habe. Er kün­dig­te an, wei­ter Druck zu machen, “bis wir den Grund­satz “Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit” durch­ge­setzt haben.” In der “Bild am Sonn­tag” bekräf­tig­te auch SPD-Vorsitzende Sig­mar Gabri­el sei­ne Zwei­fel, dass die Berech­nung der Regel­sät­ze ver­fas­sungs­kon­form ist. Nach sei­ner Ansicht ist Arbeits­mi­nis­te­rin von der Ley­en “gro­ße Risi­ken ein­ge­gan­gen”. Die SPD habe nur kei­nen Sinn mehr dar­in gese­hen, wei­ter dar­über zu strei­ten. “Wir haben lie­ber das Bil­dungs­pa­ket ver­bes­sert und wei­te­re Min­dest­löh­ne durch­ge­setzt”.
  • Hun­der­te demons­trie­ren in Ber­lin gegen Gut­ten­berg — Tages­spie­gel — Meh­re­re hun­dert Demons­tran­ten pro­tes­tier­ten nach Poli­zei­an­ga­ben in Ber­lin dage­gen, dass Gut­ten­berg Tei­le sei­ner Dok­tor­ar­beit ein­fach kopiert und des­halb nur sei­nen Dok­tor­ti­tel ver­lo­ren hat­te. Als sicht­ba­ren Pro­test häng­ten sie Schu­he an den Zaun des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums. Im Inter­net hat­ten sie zu der Akti­on unter dem Mot­to “Wir zei­gen dem Lügen­ba­ron den Schuh” auf­ge­ru­fen — eine Anspie­lung auf die feh­len­den Fuß­no­ten in der Dok­tor­ar­beit und zugleich im Islam ein Sym­bol der Schmähung.<br />
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    Auch aus dem Aus­land kommt Kri­tik. Der Mos­kau­er Poli­to­lo­ge Wla­dis­law Below glaubt, dass die Affä­re dem Ruf Deutsch­lands als Wis­sen­schafts­stand­ort einen “rie­si­gen Scha­den” zuge­fügt hat. “Wenn Gut­ten­berg zurück­tre­ten wür­de, könn­te er damit einen ech­ten Bei­trag zur Ret­tung der deut­schen poli­ti­schen Kul­tur leis­ten”, sag­te der Deutschland-Experte der dpa.
  • Die Wahr­heit über die Wahr­heit: Witz der Woche (via Ron­nie Grob)
  • Micha­el Spreng » Wenn Wäh­ler zu sehr lie­ben — Womit wir bei den Fans von Karl Theo­dor zu Gut­ten­berg sind: Kei­ne Kanz­le­rin, kein Par­tei­vor­sit­zen­der kann es sich erlau­ben, der Zorn die­ser Mil­lio­nen Fans auf sich zu zie­hen. Sie oder er wür­den von den Fans hart abge­straft – bei den Wah­len in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Und spä­ter bei der Bun­des­tags­wahl. Sol­che Fans sind natür­lich das Gegen­teil des kri­ti­schen Staats­bür­gers, der sein Urteil immer wie­der hin­ter­fragt. Fans set­zen die Selbst­rei­ni­gung der Demo­kra­tie außer Kraft und sie legen die Kon­troll­funk­ti­on der Medi­en lahm. P.S. Ich möch­te in den nächs­ten Jah­ren von der CDU/CSU kein Wort mehr über Wer­te hören.
  • Pla­gi­ats­af­fä­re um Gut­ten­berg — “Wir sind einem Betrü­ger auf­ge­ses­sen” — sueddeutsche.de — Neben der Äuße­rung von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel, sie habe einen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter und kei­nen wis­sen­schaft­li­chen Assis­ten­ten beru­fen, empört ihn die Hal­tung von Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Annet­te Scha­van. “Wenn sie sagt, es sei egal, ob und wie jemand pro­mo­vie­re, ver­grö­ßert das den Skan­dal”, sagt Lep­si­us. “Man kann nur ent­setzt sein.” An die­sem Punkt der Guttenberg-Affäre setzt auch der Deut­sche Hoch­schul­ver­band mit Kri­tik an. “Die Mar­gi­na­li­sie­rung schwers­ten wis­sen­schaft­li­chen Fehl­ver­hal­tens durch höchs­te Reprä­sen­tan­ten unse­res Staa­tes ist empö­rend”
  • Nach­wuchs­wer­bung? Nicht nur bei “Bild” : Augen gera­de­aus — Das klingt schon ein wenig anders. Mich irri­tiert nur eines: ich habe meh­re­re Abge­ord­ne­te dazu befragt, die mir alle sag­ten, im Aus­schuss sei nur von Bild&Co. die Rede gewe­sen, nicht von den ande­ren Pla­nun­gen. Da müs­sen die aber was ganz gründ­lich miss­ver­stan­den haben…
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