| The Daily Show With Jon Stewart | Mon – Thurs 11p / 10c | |||
| Best Leak Ever | ||||
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Cigdem Akyol, Tochter von Gastarbeitern aus dem Ruhrgebiet, fühlt sich in Deutschland eigentlich nicht sonderlich diskriminiert – außer in ihrem eigenen Berufsstand:
Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch wünschte ich mir, nicht über Migrationsthemen schreiben zu müssen. Mein Ressortleiter äußerte Verständnis, aber es sei gerade Ramadan. Ob ich nicht einen türkischen Metzger porträtieren könne?”
Zippert zappt heute über Tunnelauszeichnungen.
Werner Ruzicka, Leiter der Duisburger Filmwoche, äußert sich im Interview über die Art der derzeitigen Kulturveranstaltungen im Ruhrgebiet:
Natürlich kann Kultur keinen Strukturwandel bewirken – und das nicht nur wegen der desolaten finanziellen Parameter. Ein Museum für jedes aufgelassene Stahlwerk – bitte nicht. Aber die Frage ist, inwieweit der Reichtum der Region, der Reichtum an Originalität und Eigensinn, für Besseres genutzt werden kann als für verzweifelte Ambitionen, “Weltniveau” durch “Weltrekorde” zu erreichen. Man mag es kaum für Zufall halten, dass die Spektakel der letzten zwei Wochen Massenveranstaltungen waren – Massen, die sich für ein Bild konfigurierten und als Bild der Massen kommuniziert wurden. Bis am letzten Samstag aus den Bildern Menschen hervortraten.
Und während ich mir die Frage stelle: Wie ernüchtert wird die Ruhr 2010 das Ruhrgebiet wohl hinterlassen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]
Das Schöne an Ostern ist ja: Man weiß, wann’s zuende ist. Anders – zumindest bei mir – sieht es bei Maibäumen aus.
Eigentlich ist der Maibaum ja der Balz zuzurechnen und wird am 1. Mai traditonsgemäß aufgestellt. In der Romantik war dies ein Phallus-Symbol und junge, unverheiratete Männer tanzten sich davor einen ab.
Aber was ist das Ende vom Lied? Muss eine holde Maid gefunden werden? Oder stellt der Ständer anhaltende Manneskraft dar?
Der Maibaum auf diesem Bild steht jedenfalls derzeit immer noch. Was immer das einem sagen soll.

Ich bin ja bei der Sparkasse. Das ist eigentlich keine Entscheidung aus Leidenschaft. Man ist es eben. Ich bin auch bei der katholischen Kirche. Das ist so ungefähr dasselbe. Nur das die Sparkasse weniger Rituale und Feiertage hat: Scheissfreundlichkeit am Schalter, alberne Spießerklamotten in den entferntesten Käffern und eben der Weltspartag.
Meine Haussparkasse hat nun ein neues Motto oder eben das, was sie dafür halten: Gut. Fair. Menschlich. Nah. Putzig oder? Engagiert. Zukunftsorientiert. Freundlich. Motiviert. wäre sicher auch ebenso aussagekräftig, aber wir sind ja bei der Sparkasse. Da vertraut man eher den dreibuchstabigen Adjektiven. Auf jeden Fall sollte man hinter jedem Adjektiv einen Punkt setzen, damit der Kreativling hinter dieser Kampagne meint, er hätte eine Aussage rübergebracht.
Möchte nicht jeder eine Bank, die gut, fair, menschlich und nah ist? Ich hab ein ungefähres Bild, was das heißt. Denn meine Bankberaterin ist so fair, mich nah dabei sein zu lassen bei den guten Dingen, die ihr menschlich widerfahren. Und das ist doch großartig, oder?
Einmal schrieb sie, dass sie nun nicht mehr Dingenskirchen hieße, sondern Wummenskirchen, denn sie habe geheiratet. Aber sie würde wohl ganz die Alte bleiben. Hahaha. Und die Telefonnummer bleibt auch dieselbe. Hahaha.
Schön oder? So menschlich, so nah. Ich finde es zugegebenermaßen nicht so toll, dass es diese Klatsch- und Tratschpostboten früherer Zeiten nicht mehr gibt. Aber ehrlich gesagt kenne ich die nur vom Hörensagen. So wie das Kind vom Postboten. Aber wenn es diese gemütlichen Pläusche mit den Postboten gegeben hat, na, das muss doch nett gewesen sein. Heute ist deren Einsatz zeitlich so eng gefasst, dass ein Plausch doch nirgends mehr reinpasst.
Meine Bankberaterin nimmt sich also die Zeit, wenn auch nur über eine Infopost. Sie verplauscht ihren Plausch somit auch nicht persönlich von Mensch zu Mensch, sondern breit ausgestreut an eine anonyme Masse von Sparkassenkunden. Und eben auch nur die positiven Dinge. Interessant wäre ja ein Brief der Art Also wir haben uns jetzt scheiden lassen, ich wollt’s nur mal gesagt haben. Ich lasse mich versetzen nach Kleinkleckersdorf, bekomme eine neue Telefonnummer und sie können mich jetzt anrufen, wenn sie ein Haus in Timbuktu kaufen wollen.
Der wird aber nicht mehr kommen, wie ich diese Woche aus einem Brief von ihr erfahren habe. Denn Frau Wummenskirchen, ehemals Dingenskirchen, bekommt Nachwuchs. Und sie hat mir geschrieben, dass das ein wunderschönes Gefühl ist. Großartig oder? Vielleicht sollte man zurück schreiben. Jedenfalls ist sie jetzt nicht mehr meine Bankberaterin, sondern der schneidige Herr Zinsenhofen. Aber die Telefonnummer bleibt dieselbe. Hahaha.
Der Herr Zinsenhofen sieht aus wie ein Single. Ich glaube nicht, dass der mir weiter solche überkandidelten Briefe schreibt. Aber vielleicht traurige. Das wäre doch mal was: Melancholische Betrachtungen eines Sparkassensingles. Das wäre doch mal so menschlich.