Katrin Müller-Hohenstein hat sich in ihrer Wortwahl etwas vergriffen als sie das freudige Vorkommnis des erzielten Tores von Miroslav Klose beim gestrigen Deutschland-Spiel wie folgt kommentierte:
Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man über jemandem mit polnischen Vorfahren sagen kann, ihm sei ein freudiges Ereignis ein “innerer Reichsparteitag”. Das ist weder geistreich noch witzig.
Aber wenn man beim ZDF dann nach Zuschauerprotesten diesen Fehltritt mit folgenden Worten zu rechtfertigen versucht…
… kann man wohl Guido Knopp um seine kommenden, dringend benötigten Geschichtsnachhilfeunterricht innerhalb des ZDFs nicht beneiden.
Da diese Geschichte in den Online-Medien gerade hochkocht, habe ich bei Stefan Niggemeier folgenden Kommentar hinterlassen:
Ich verstehe schon, dass diese Redewendung oft verwendet wird, und dass sie unreflektiert geäu0ert wurde. In die Richtung gehen all die relativierenden Kritiken bislang. Aber die ZDF-Moderatorin ist nun mal öffentliche Journalistin mit kritischem Anspruch. Das weiss man, wenn man so einen Job antritt und der Anspruch kommt auch von ihrem Arbeitgeber.
Und da muss man schon kritisch einwenden – egal wer und wie oft sowas anderswo gesagt wird -, dass über jemanden mit polnischen Wurzeln zu sagen, ein freudiges Ereignis löse bei ihm eine Begeisterung aus wie die Euphorie auf Reichsparteitagen im dritten Reich, auf denen eine kritische Reflexion der menschenverachtenden Veranstaltung, der man da beiwohnte, gerade durch grenzenlose Euphorie platt gemacht wurde, ist hirnrissig. Das wird auch nicht besser, wenn man sagt, das sei lustig gemeint worden.
Als Zuschauer verstehe ich gerade wirklich nicht, weswegen es okay sein soll, dass Juliane Ziegler sich auf 9 live für ihr ebenso lustig gemeintes “Arbeit macht frei” noch in derselben Sendung entschuldigt und danach suspendiert wird, und beim ZDF für so eine Formulierung in einer Sendung mit mehr und jüngeren Zuschauern Toleranz gefordert wird.
Ich fordere gar nichts aus dieser Sache heraus, aber was den eigentlichen Gegenstand angeht, scheint mir die Sache vollkommen klar: Die Formulierung in dieser Form ist für eine kritische Journalistin völlig untragbar.

Sehr schön, das. Geflattrt, getweetet und geliked.
Schönen Dank
, auch wenn dieser Artikel arg gepatchworked war.
ich kann wirklich nicht verstehen, was dieser ganze Schei.. soll.
Das ist doch wohl eine gängige Redewendung, die nichts (gedanklich) mit Rechtsradikalen zu tun hat.
Greift man hier jemanden an, weils Spaß macht ??
Einer fängt an und alle machen mit, ….. so ist das wohl in unserer Gesellschaft.
Ich habe mit dieser Äußerung KEIN Problem, weil ich verstehe, wie’s gemeint ist !
Also ohne die gedankliche Verbindung mit den euphorischen Reichsparteitagen der NSDAP ergibt die ganze Rede vom inneren Reichsparteitag überhaupt keinen Sinn. Da das aber in humorvoller Hinsicht gemeint sein soll, gibt es natürlich eine Verbindung zu den Rechten.
Ich behaupte nicht, dass hier eine Verbrüderung oder eine Wiederaufforstung betrieben wird, es ist nur eine kreuzdumme Konnotation, unabhängig davon wieviele für oder gegen eine Verwendung dieser Redeweise sind.
vielleicht spricht das nicht für dich.
Was ‘das’ ?
Ich frage mich eigentlich wie kommt sowas in einen Wortschatz. Das ist keine Jugendpsrache und auch nicht gebräuchlich. Es gibt schon einige “Nazisprüche und Witze” (Polen ist offen etc.). Aber diese Aussage ist von der Komplexität nicht ganz unten.
Wie kommt jemand auf die Idee eine solche Gedankenkette zu haben oder anders gesagt was für einen Bekanntenkreis oder Gedankenkreis muss jemand haben um solche Verbindungen ziehen zu können.
es ist eine legitime äußerung. man muss auch nicht aus einer mücke einen elefanten machen. manchmal denke ich dass fussballfans ihr hirn im bier ersaufen lassen
Ich bin auch nicht dafür, diese Äußerung überzustrapazieren. Allerdings finde ich es schon gut, wenn man derartige Äußerungen ihrem Inhalt nach mal überdenkt. ‘Legitim’ finde ich sie nicht, das denke ich, oben klar gemacht zu haben.