Was ich noch sagen wollte zum… Sieg von Lena Meyer-Landrut beim European Song Contest

Das Lied Satel­li­te war schon seit Wochen eines der erfolg­reichs­ten YouTube-Videos deut­scher Her­kunft. Aber das allei­ne, resp. der Ein­satz von Medi­en, wird den Sieg von Lena beim Euro­pean Song Con­test nicht erklä­ren kön­nen. Schließ­lich haben 120 Mil­lio­nen Zuschau­er zuge­se­hen und eini­ge Mil­lio­nen wer­den schon ange­ru­fen haben, da wer­den 10 Mil­lio­nen nicht unbe­dingt rei­chen, den­ke ich.

Nun wird die Inter­pre­ta­ti­ons­ma­schi­ne­rie ansprin­gen, um dem The­ma so lan­ge wie mög­lich irgend­et­was abzu­ge­win­nen. Das Lied selbst, das mich eigent­lich schon seit Wochen eher nervt als begeis­tert, wird dafür nicht auss­rei­chen: Es ist schlicht zu schnell abge­nu­delt.

Was die Macher hin­ter dem Lied, damit sei­ne mal Raab, Meyer-Landrut und wer sich sonst ein­ge­schal­tet hat gemeint, aller­dings erreicht haben, ist, dass mit Krea­ti­vi­tät die­sem Lied und die­ser Sän­ge­rin eine all­ge­mein akzep­tier­te Büh­nen­prä­senz ver­lie­hen wur­de. Dazu wur­de am Auf­tritt gefeilt, das kur­ze Schwar­ze wur­de nie ein­ge­mot­tet, Back­ground­sän­ge­rin­nen wur­den hin­zu­ge­nom­men und dies und das ande­re mehr noch. Zum Erfolg war dann sicher auch zurei­chend, dass die Kon­kur­renz kei­ne der­ar­ti­ge künst­le­ri­sche Akzep­tanz über ihre Lie­der erreicht hat. Knapp war der Erfolg jeden­falls nicht.

Damit möch­te ich aber mal auf das abzie­len, was die­se Ver­an­stal­tung für Medien-Deutschland sein kann: Ein Appel für die Krea­ti­vi­tät von Künst­lern. Die­ser Erfolg war ohne Bild und RTL mög­lich, ohne Super­star, ohne alt­be­währ­te Song­schrei­ber, die Hits am Ban­de lie­fern. Aus­schlag­ge­bend waren Krea­ti­ve, die auf ihren per­sön­li­chen Input gebaut haben.

Sol­chen Leu­ten wie­der eine Büh­ne zu geben, soll­te die Auf­for­de­rung an alle Medi­en­ma­cher in Deutsch­land sein, die ihr Publi­kum mit Super­stars, Hirn­tot­mo­dels, Big Por­no­bro­ther, Hartz-4-Doku-Soaps, aber auch Soko Din­gens­kir­chen, Forst­haus Gro­schen­ro­man, Irgend­ein­Vor­na­me sucht den Weg zum Glück fort­wäh­rend belei­di­gen und wirk­lich krea­ti­ven Bei­trä­gen, die auf der Höhe der Zeit sind, das Was­ser abgra­ben. Krea­ti­vi­tät lässt sich nicht in Wirt­schaft­lich­keit umrech­nen. Und aus Wirt­schaft­lich­keit ent­steht kei­ne Krea­ti­vi­tät, son­dern nur die Retor­te davon.

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