
Das Mediummagazin bringt eine Faktenübersicht über den Fall des Journalistikstudenten, der einige Artikel mit falschen Quellen in Umlauf gebracht hat, wobei unklar ist, wer der Fälscher ist. In jedem Fall ein Zähneknirscher für das eine und das andere Presseorgan.
Katrin Schuster meldet sich mal wieder, schreibt vom Eingehen des Altpapiers, ihrem neuen Projekt Literaturportal Bayern und fühlt sich unwohl darin bestätigt, dass die Presse zunehmend in staatliche Hand gerät.
Christian Jakubetz befasst sich mit dem von Zeitungen aus rein wirtschaftlichen Gründen vorgetragenen Phantasievorstellung, mit deutlich weniger Personal in den Redaktionen könne dieselbe Qualität erzeugt werden.
Und während ich mir die Frage stelle: Wie wenig freie Presse verträgt Deutschland wohl? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]

Katrin Brand spricht heute beim WDR 2 Klartext über
Science-Fiction-Film
Magazine
Aliens
Kämpfer
wabbelig
Fighterin
Ungetüm
die Welt verbündete sich mit ihr
das Wichtigste überhaupt
Quälern und Kunden
Ungetüm Internet
schmerzhafte Breitseite
zögerliche Bundesregierung
Freizeit-Surfer
Zensur oder Eingriff in die Meinungsfreiheit
Kinderpornografie
nie, unter keinen Umständen
… und das alles, sage und schreibe, in der Rekordzeit von einer Minute und 48 Sekunden.
Liebe Frau Brand, Sie haben vergessen, folgende Begriffe in ihren science-fiction-lastigen Text mit einzubauen:
Psiuuuu, Peng, Öff-öff, Katschaoo, Oink, unendliche Weiten, Nur du kannst die Welt retten, Mafiagebahren, zwusch, das Böse, Kämpfen für Freiheit und Gerechtigkeit, die armen Kinder, das Heiligste, das Gute muss siegen, schutzlos ausgeliefert, jedes Mittel recht, wehrhafte Demokratie darf nicht wegschauen.
Wenn ihren Text irgendjemand ernst nehmen soll, dann versachlichen Sie doch bitte ihre Wortwahl und orientieren Sie sich am gewonnenen Niveau der Diskussion über das Thema. Möge die Macht mit Ihnen sein! Yeeha.
[via]
Jörg Kachelmann mag dafür bekannt sein, die Wettervorherhsage begeisterter und humorvoller gestaltet zu haben, aber anderswo geht den Wettermännern bei der Schneepokalypse von Baltimore richtig einer ab:

Ja, wenn gestandene Journalisten neue Techniken erlernen, dann kann das cool sein. Das kann auch nur cool scheinen, so wie beim ZDF. Denn dort will man auch irgendwie mitbloggen. Das heisst, eigentlich will man nur Texte online stellen, Meinungen raushauen, als hoheitige Meinungsmacher gelten. Authentische Blogger reagieren selbst auf Leser. Sowas will man beim ZDF natürlich nicht, das wäre ja Arbeit.
So muss sich das das ZDF auch beim Blogartikel über das Sperren von kinderpornografischen Seiten von Patricia Wiedemeyer gedacht haben. Dieser Artikel ist ein Musterbeispiel an Uninformiertheit über das Thema und dessen Auswirkungen. Aber beim Fernsehen kann man das eigentlich ja machen. da spricht man ja nur in die Kamera, da gibt es ja keine Widerworte. In Blogs nun leider aber schon, und so sammelten sich hunderte Kommentatoren unter diesem Artikel, die mit der Ansicht der Autorin nicht einverstanden erklärten.
Und was macht nun das ZDF? Das ZDF beauftragt einen eingekauften Blogger, die Kastanien aus dem Feuer zu holen, die Frau Wiedemeyer da reingeworfen hat:

Dieser war zuvor für dieses Blog gar nicht vorgesehen, jedenfalls ist er hier noch nicht eingebettet, dort aber schon. Und wieso werden nur Blogger angeschrieben, nicht stinknormal irritierte Leser? Und wieso meldet sich die ZDFheute-Redaktion?
Man mag einwenden, dass die über Netzpolitik.org angeschwemmten Leser in ihrer Vielzahl etwas massiv erscheinen, aber argumentativ hätte sich ruhig die eigentliche Autorin zu Wort melden können.
So wird der Ausflug jedenfalls nichts, liebes ZDF. Man kann sich Sachkompetenz nicht grenzenlos einkaufen. Und man kann ebensowenig permanent zur Gesichtswahrung andere vorschieben.

