We’re already firm with tweets from the toilet. But so far those tweets only dealt with people using the toilet the one way.
Let’s face people using it the other way.
How nice to see John Savaage is still interested in aesthetics while having a look into the toilet he’s just using and wants it to be more appealing.
Or is there another error in taste?
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper hat also, wie heute in der IVZ zu erfahren ist, seinen Doktorgrad von der „Freien Universität Teufen“ abgelegt. Ein Blick in die Wikipedia hätte ausgereicht, um zu erfahren, dass dieses Institut
gegen Zahlung hoher „Studiengebühren“ akademisch anmutende Grade
darunter sogar Professorentitel, vergibt.
So gilt
die Freie Universität Teufen als eine Institution, die akademische Abschlüsse nicht für eine entsprechende Leistung, sondern gegen Bezahlung verleiht
Jasper nennt seinen Glauben, dieser Titel könnte in Deutschland anerkannt geführt werden, “naiv”.
Nur um das nochmal klar zu machen: Die “Freie Universität Teufen” hat keine Lehrpläne, kein Lehrpersonal, keine Internetseite, nur einen Briefkasten. Das hat Herrn Jasper nicht stutzig gemacht.
Wer es noch lustiger haben will: Diejenigen, die da Titel vergeben, haben selbst keinen universitären Abschluss. Selbst nach Schweizer Recht ist es so, dass dieses Institut
keine ‘Anerkannte Schweizer Hochschule’ ist, kein Promotionsrecht besitzt und keine Diplome oder Bachelor-/Master-/Doktorgrade vergeben darf.
Auf Anfrage der IVZ meint Dieter Jasper, er lege den Titel ab, da der Titel
aufgrund des ‚Deutsch-Schweizerischen Abkommens über die Gleichwertigkeit im Hochschulbereich‘ in Deutschland nicht anerkannt wird
Herr Jasper darf sich allerdings, entgegen seiner eigenen Darstellung, offenbar nicht einmal in der Schweiz “Dr.” nennen.
Die “Freie Universität Teufen” darf sich nach Schweizer Recht nur deswegen Universität nennen, weil durch das Fehlen eines Hochschulgesetzes, das Standards und Regeln festlegt,
fast jeder im Kanton Appenzell eine Uni gründen kann
Das alles, was man in 2 Minuten im Internet findet, und was man dort seit Jahren findet, ist Herrn Jasper erst kurz nach seiner Wahl in den Bundestag aufgefallen. Wissen Sie, mir fallen zu diesem Verhalten viele Adjektive ein, “naiv” zählt nicht dazu.
Und schwupps ist das Video bei Youtube gesperrt, immerhin gibt es Google Translate.
Dieter Jasper hat jahrelang unberechtigt einen Doktorgrad geführt. Dazu finden sich im Internet folgende Artikel:
NDR Info: Neue Wahl dank falschem Doktor?
Die Welt: Doktor werden ist nicht schwer, Doktor sein dagegen sehr (24.02.2010)
Offenbacher Post: Falscher Doktor im Bundestag (23.02.2010)
Süddeutsche Zeitung:
Der falsche Doktor von der CDU
Der tiefe Fall eines Titelträgers (27.20.2010)
Falscher Doktor bleibt im Bundestag (05.03.2010)
Rüttgers’ neuestes Problem (05.03.2010)
Spiegel Online:
CDU-Abgeordneter wegen Doktortitel unter Druck
Tagesanzeiger (Schweiz):
CDU-Politiker flog auf Schweizer “Uni” herein
WDR Münsterland Magazin:
Bundestagsabgeordneter mit fragwürdigem Doktortitel
logbuch.caasn.de:
Jaspers Titel aus der Titelmühle (01.02.2010)
Weitere Ungereimtheiten bei Dieter Jasper (07.02.2010)
DerWesten:
CDU-Abgeordneter zog mit falschem Doktor-Titel in den Bundestag
Norwich Rüße: Herr Jasper, geben Sie Ihr Mandat zurück!
Münstersche Zeitung:
Dieter Jasper darf Doktortitel nicht führen
SPD, Grüne und LINKE fordern Jaspers Rücktritt
Staatsanwalt prüft Schritte gegen Jaspers
Grevener Zeitung:
SPD: “Nicht vertrauenswürdig gegenüber Wählern verhalten”
Westfälische Nachrichten: Luft für Dieter Jasper wird dünner (05.03.2010)
Ibbenbürener Volkszeitung:
Neujahrsempfang der CDU Hörstel: Falscher Doktortitel war offiziell noch kein Thema
Ibbenbürener SPD fordert: Dieter Jasper soll sein Mandat niederlegen
CDU-Kreisverband nimmt Stellung zu Jasper: “Umstände restlos aufklären“
Fehler gemacht: Hopstener MdB Dieter Jasper führt Doktortitel nicht mehr
„Das ist seine Angelegenheit“ – Stimmen aus der Hopstener Kommunalpolitik zu Dieter Jasper
Staatsanwaltschaft prüft Fall Jasper
Dieter Jasper nicht mehr im Aufsichtsrat der Volksbank Tecklenburger Land
Aus dem Kommentarbereich:
Es ist nicht verwunderlich, dass er glaubt, der Doktortitel habe für keinen seiner Wähler den Ausschlag gegeben, schließlich ist ein Doktortitel für ihn ja lediglich ein käufliches Anhängsel an den Namen, vielleicht, um ihn etwas „aufzupeppen“. Er sollte jedoch nicht ausschließen, dass für viele seiner Wähler auch der Doktortitel ausschlaggebend war. Ein promovierter Wirtschaftswissenschaftler hat in den Augen vieler Wähler mehr Reputation, als einer, dessen Verdienst um die Wirtschaft darin besteht, ein Unternehmen zu erben und es zu führen. Ein Doktortitel der Wirtschaftswissenschaften impliziert, mehr von Ökonomie zu verstehen, als es ein Diplom-Kaufmann tut, und auch mehr, als den eigenen Betrieb zu kennen. Es soll Dieter Jasper hier nicht abgesprochen werden, wirtschaftlich kompetent zu sein, auch sollen seine Leistungen als Unternehmer nicht in Frage gestellt werden, doch kann er sicherlich nicht behaupten, ein Doktortitel sei irrelevant für eine Wahlentscheidung. Was den Ausschlag für die Wählerentscheidung für oder gegen ihn gegeben hat, das überlässt er doch bitte sehr den Wählern selbst.
Gerade unter Wählern mit höherem Bildungsniveau zählt ein Doktortitel als Prädikat für eine gewissen akademische Qualität. Das muss Herr Jasper auch gewusst haben, schließlich hat er einige tausend Euro für seinen Titel bezahlt.
IVZ-Forum: Soll Jasper sein Bundestagsmandat niederlegen?
Aus: Henry Habegger – Das Geschäft mit falschem Doktortitel [pdf]
Bereits 1990 kostete ein Doktortitel bei der F(reien)U(niversität)T(eufen) 18 600 Franken, einen «Master» gabs für 12 800 Franken. 2002 zahlte ein pensionierter deutscher Arzt 200 000 Franken als Schenkung an die FUT. Dafür wurde er Professor und Ehren-Senator. Als er merkte, dass die Titel nichts wert waren, wollte er das Geld zurück, blitzte aber vor Gericht ab.
Schlagzeilen machte 2006 der Berliner CDU-Abgeordnete Mario Czaja, weil er sich in seinem Lebenslauf mit dem wertlosen FUT-Titel «Diplom-Ökonom» schmückte. Das war kein Einzelfall. Erfrischend offen sagt Estermann: «Einige haben sich sogar bei staatlichen deutschen Universitäten für Professuren beworben. Mit einem Titel von uns! Stellen Sie sich das mal vor! Da ging das Theater natürlich los.»
Bei Archive.org gibt es eine Seite der FUT aus dem Jahre 2003, dem “Immatrikulationsjahr” Jaspers’ und der dazugehörigen Seite der “Wirtschaftswissenschaftenfakultät”.
Die LINKE fordert den Rücktritt Jaspers. Die Grünen im Tecklenburger Land auch.
Der SPD Unterbezirk Steinfurt fordert Jaspers Rücktritt (06.02.2010).
Die Kreis-CDU weist Rücktrittsforderung zurück.
Neue Osnabrücker Zeitung:
Rot-grün einig: Jasper muss zurücktreten.


