CDU-Bashing mit dem Arbeitsgericht Düsseldorf

Jetzt sind schon die Gerich­te in Deutsch­land soweit, der CDU ihre feh­len­de Kom­pe­tenz, was das Com­pu­ter­zeit­al­ter betrifft, deut­lich unter die Nase zu rei­ben:

Die CDU in NRW hat­te letz­tes Jahr eine Ange­stell­te nach 22 Jah­ren gekün­digt, weil sie angeb­lich Advents­ka­len­der an fal­sche Adres­sen ver­schickt habe. Das Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf hat die­se Kün­di­gung heu­te ein­kas­siert mit der Begrün­dung, dass die­ser Grund vor­ne und hin­ten für eine frist­lo­se Kün­di­gung nicht aus­rei­chend sei.

Lus­tig ist, dass der Spre­cher des Arbeits­ge­rich­tes neben die­ser völ­lig aus­rei­chen­den Begrün­dung noch­mal her­aus­hebt, es kön­ne nicht ein­mal geklärt wer­den,

ob nicht auch ein Soft­ware­feh­ler in der Daten­bank die fal­sche Adres­sie­rung ver­ur­sacht hat­te.

Da hat also — in der offi­zi­el­len Sicht der CDU — die Sekre­tä­rin ihr Com­pu­ter­pro­gramm gestar­tet, eine irgend­wie­ho­he Anzahl von Eti­ket­ten aus­dru­cken las­sen, von denen vie­le rich­tig und ein paar irgend­wie falsch waren, wobei nie­mand genau weiss, was an denen falsch war. Und dann hat sie ohne die Eti­ket­ten auf Rich­tig­keit zu prü­fen mit die­sen Eti­ket­ten Advents­ka­len­der ver­schickt, was sie offen­sicht­lich ja auch irgend­wie soll­te.

Ich hät­te ja noch ver­stan­den, wenn die die feu­ern woll­ten, weil sie stän­dig die Adres­sen aus Daten­ban­ken gegen­liest, ob die auch stim­men, und so immense Arbeits­zeit ver­plemp­lert, aber so?

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Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (V)

Lan­ge nichts mehr in die­ser Rubrik geschrie­ben. Der Axel Sprin­ger Ver­lag ist noch bekannt, oder? Das war der Ver­lag, der gemeint hat, dass in Deutsch­land der Qua­li­täts­jour­na­lis­mus durch eine Tagesschau-App fürs iPho­ne gefähr­det wird. Wobei Qua­li­täts­jour­na­lis­mus für die Bild ja nur das Schöp­fen der eige­nen Rea­li­tät ist:

Also, so inten­siv, wie der Axel Sprin­ger Ver­lag mit sei­nen Pro­duk­ten den Qua­li­täts­jour­na­lis­mus angreift, das wür­de ja so eine dösi­ge iPhone-App nie im Leben hin­krie­gen.

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Erste Zweifel der CDU an Dieter Jasper

Heu­te wür­digt die Süd­deut­sche Zei­tung Die­ter Jas­per, dass er schon jetzt His­to­ri­sches geleis­tet habe. denn so einen Fall habe es bis­her in der Bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Par­la­ments­ge­schich­te nicht gege­ben.

Manu­el Thei­sen, der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler an der Münch­ner Ludwig-Maximilians-Universität beschäf­tigt sich seit etli­chen Jah­ren mit Titel­miss­brauch. Die “Freie Uni­ver­si­tät Teu­fen” ist ihm wohl­be­kannt: “Teu­fen ist die all­er­mie­ses­te und aller­äl­tes­te Titel­müh­le, die es gibt”, sagt er zu sueddeutsche.de. Sie sei der “Markt­füh­rer” in die­ser ver­ru­fe­nen Bran­che. Wer hier sei­nen Titel erwer­be, der wis­se, was er tut.

Thei­sen hält die Dar­stel­lung Jas­pers [über sein Nicht­wis­sen der Titel­müh­le] schlicht für “Koko­lo­res”. Wer Geld für einen Dok­tor­ti­tel bezah­le, müs­se wis­sen, dass das nicht mit rech­ten Din­gen zuge­hen kann. Er kön­ne sich “kein Sze­na­rio vor­stel­len, in dem jemand glaub­haft erklä­ren kann, dass er da unwis­sent­lich in etwas hin­ein­ge­lau­fen ist”.

Ers­te Zwei­fel gibt es auch bei der CDU. Wur­de in der Lokal­pres­se noch kol­por­tiert, dass der CDU Kreis­ver­band nach der Unter­re­dung mit Jas­per von des­sen Inte­gri­tät völ­lig über­zeugt wor­den sei, gibt die Süd­deut­sche einen Teil­neh­mer wie­der, der sie schon über­rascht zeig­te, wie dünn die vor­ge­leg­te Dok­tor­ar­beit von Jas­per gewe­sen sei.

Im Moment spricht aus Sicht des Kreis­ver­ban­des dage­gen, dass dann der Wahl­kreis Stein­furt III in Ber­lin von der CDU nicht mehr ver­tre­ten wäre. Wenn aber Jas­per wegen Titel­miss­brauchs ver­ur­teilt wer­den wür­de, dann wäre wohl auch für den von NRW-Sozialminister Karl-Josef Lau­mann geführ­ten Kreis­ver­band eine Gren­ze erreicht.

Wir müss­ten die Sache dann sicher neu bewer­ten”, sag­te CDU-Kreisgeschäftsführer Johan­nes Machill zu sueddeutsche.de.

Arti­kel­über­sicht: Der fal­sche Dok­tor.

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Digitale Kreationisten

Ein neu­es Gesicht aus NRW hat eine ganz gute Rede in der Debat­te um das Inter­netsperr­ge­setz gehal­ten. Ans­gar Heve­ling aus Kor­schen­broich kri­ti­siert ganz zu Recht anfangs das Umschwen­ken der SPD

… um dann aber lei­der hilf­los der aktu­el­len CDU-Argumentation zu ver­fal­len, nach der die Peten­ten kei­ne “neu­en” Grün­de gegen das Inter­netsperr­ge­setz ange­führt hät­ten. Und dann die­se Heu­che­lei, man wür­de Kin­der schüt­zen wol­len, was über die­sen Geset­zes­weg nun aber ein­fach nicht mög­lich ist — ein heil­lo­ses Poli­tik­ge­fa­sel. Wenn die alten die Linie der CDU schon so mas­siv zer­stört haben, sind “neue” auch gar nicht nötig.

Die CDU/CSU hat der­zeit auch nur vor, was ihnen sei­tens der Peten­ten schon seit einem Jahr vor­ge­schla­gen wird: Löschen statt sper­ren, was pro­blem­los ohne neu­es Gesetz geht:

Von daher lau­fen in der CDU wohl nur noch digi­ta­le Krea­tio­nis­ten umher, im Kampf gegen jeg­li­che, sach­lich gestütz­te Argu­men­ta­tio­nen.

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Süd­deut­sche: Kon­ser­va­ti­ve sind weni­ger intel­li­gent

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Zensursula oder: Die Geister, die die CDU rief, wird sie nicht mehr los

Gegen das Gesetz zur Erschwe­rung des Zugangs zu kin­der­por­no­gra­fi­schen Sei­ten, haben sich im letz­ten Jahr 134.000 Unter­schrif­ten­ge­ber gefun­den, weil das Gesetz ledig­lich eine Zen­sur, die nicht ein­mal wirk­lich wir­kungs­voll ist, dar­stellt. Inzwi­schen will kei­ne Par­tei im Bun­des­tag mehr die­ses Gesetz, daher möch­te man ger­ne auf die Anwen­dung die­ses Geset­zes ver­zich­ten. Und das nach all der Vehe­menz, mit der man unbe­dingt die­ses Gesetz haben woll­te. Die­ses Vor­ha­ben der Nichtum­set­zung eines Geset­zes sehen Rechts­ex­per­ten aller­dings als Novum in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik und als Ver­stoß gegen das Grund­ge­setz.

Und wer das noch nicht gese­hen hat, der soll­te sich unbe­dingt ein­mal anschau­en oder auch wie­der anschau­en, mit was für einem aggres­si­ven Popu­lis­mus die CDU noch im letz­ten Jahr genau die­ses Gesetz durch­ge­prü­gelt hat. Da gibt es kei­ne nach­voll­zieh­ba­ren Fak­ten, da gibt es nur Pole­mik:

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Süd­deut­sche Zei­tung: 134.000 Deut­sche igno­riert

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Über das Aussitzen von Problemen

Eine gewis­se Zwie­spä­litg­keit ist in der deut­schen Bevöl­ke­rung schon zu spü­ren: Man mag die Käß­mann, hono­riert ihr cou­ra­gier­tes Auf­tre­ten, fin­det einen Rück­tritt nach die­sem Faux pas aber auch ange­mes­sen. Das scheint sich nicht nicht zu ver­tra­gen. Beson­ders ist wohl auch noch, wie schnell Käß­mann zurück­ge­tre­ten ist. Sowas wür­de Män­ner, ins­be­so­de­re Poli­ti­ker nicht ein­fal­len. Für die stellt sich da die Fra­ge: Kann ich das Pro­blem lösen oder kann ich es aus­sit­zen wie der Dicke damals?

Heu­te z.B. greift die Frank­fur­ter Rund­schau die Geschich­te um den fal­schen Dok­tor­grad von Die­ter Jas­per auf:

Jas­per übri­gens erweckt öffent­lich den Ein­druck, er sei von jener Frei­en Uni­ver­si­tät Teu­fen getäuscht wor­den, obwohl die als sol­che in der Schweiz nicht aner­kannt ist und weder über Mit­ar­bei­ter noch über eine eige­ne Inter­net­sei­te ver­fügt. Ansons­ten schweigt er und lässt, schon nach einem Vier­tel­jahr, sei­ne Bundestags-Homepage über­ar­bei­ten. An Man­dats­ver­zicht denkt der Ex-Doktor nicht. “Für ihn”, lässt sein Büro aus­rich­ten, “ist alles gesagt.”

So sitzt man ein Pro­blem aus. Denn, dass alles gesagt sei, sehen die Wäh­ler bei abgeordnetenwatch.de irgend­wie anders.

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