Ferkelführung

Manchmal glaube ich, Holländer sind die neuen Japaner. Jetzt möchte man an der Universität Utrecht die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Schwein auf ein neues Level heben: Neue Beziehungsmöglichkeiten sollen ermöglicht werden und moralische Auswirkungen erforscht.

Hierzu ist nun ein iPad-Spiel erfunden worden, bei dem die Aufgabe gestellt wird, in einer Live-Schaltung einen projizierten Ball von einem Schwein zu einer bestimmten Stelle stupsen zu lassen.

Von sowas brauchen wir unbedingt noch mehr von:

Was ich noch sagen wollte … zu öffentlicher Pornografie

Ich lese gerade den Text Zensur vs. Anstand: Pornografie in der Bibliothek von der ganz zauberhaften Jillian C. York, in dem die Geschichte aufgegriffen wird, wie in einer Bibliothek in Los Angeles sich ein Obdachloser beim Anschauen eines Pornos, sagen wir mal: einen schönen Tag machte. Und für die Amis war jetzt anscheinend der Umstand, dass da ein Porno in einer Öffentlichen Bibliothek lief, schlimmer als das andere.

York findet es nun irgendwie nicht gut, dass in Bibliotheken Pornos laufen, was mir irgendwie eher egal ist. Mir ist aber etwas ähnliches passiert. Nicht wie Sie jetzt denken. Ich lief diese Woche an einer Lokalität vorbei, in der auch das Benutzen von Computern mit Internetzugang angeboten wird. Im Vorbeigehen huschte mein Blick über den Monitor einer dieser Computer, der gerade in Benutzung war. Und eben da lief, tja, also das muss eine Live-Gynäkologie-Untersuchung gewesen sein. Der Betrachter machte sich zwar jetzt nicht so einen schönen Tag wie der Obdachlose, aber es schien immerhin so interessant zu sein, dass man Kopfhörer dazu braucht.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich es merkwürdiger finden soll, dass da jemand mit derartigen Vorlieben, so intelligent ist, dass er einen PC-Sitzplatz nimmt, der von im offenen Blickfeld einer Fussgängerzone ist, oder dass es mir überhaupt merkwürdig erscheint. Rubbelkabinen sind wohl einfach nicht mehr in.

Knöllchen

Manchmal ist das Tüfteln an Schriftarten für Internetseiten auch ein gefühltes Fass ohne Boden. Da hat man neulich erst die Grundschriftart einer Seite gewechselt, da sieht man, dass das Ganze unter Linux viel zu klein aussieht. Vielleicht liegts an meinem Schriftartensatz, aber das will man ja dann auch nicht so ohne weiteres stehen lassen. Also lesen Linux-Nutzer diese Seiten ab sofort mit der Schriftart Bitstream Charter. Ist auch schön:

[ Foto: ttcopley - boredom | Creative commence licence ]

Marcel Reich-Ranicki zum Gedenken an die Opfer des Holocausts

Guten Morgen

Morgenkaffee

Jürgen Vielmeier beschreibt den zweiten Versuch, mit dem Blog Carta.info kommerziellen Erfolg zu erlangen.

So sähen Kinoplakate aus, wenn es mehr um den Inhalt der Filme gänge.

Karsten Speck hat bei Gottschalk ein doch ganz persönlich interessantes Interview gegeben.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist Gottschalk der letzte Fernsehmoderator, der unterhaltsam ist, ohne spießig oder verkrampft-zynisch zu sein? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Nachtgeschichten vom 26. Januar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Die Profilierung Kristina Schröders als Ministerin

von der hier schon mal gesprochen wurde, also eine Themenfindung, die das eigene Profil stärkt oder überhaupt erst einmal kenntlich macht, sie scheitert kontinuierlich seit mehr als zweieinhalb Jahren. Und je mehr sie scheitert, desto mehr erweckt man den Eindruck, hier ist der Bock zum Gärtner gemacht worden. Aktuell ist dies gut zu sehen in folgendem ZAPP-Bericht, in dem gezeigt wird, wie Schröder abermals mit Vorurteilen hausieren geht:

R.i.p. Vadim Glowna (1941-2012)

Mein Freund Kant

Bei Anne Will habe ich wohl eine intellektuelle Diskussion zu Friedrich, dem Großen, verpasst. Richard von Weizsäcker hat offenbar die Idee, den alten Fritz als Vorbild gelten zu lassen, unter Verweis auf seinen “Freund Kant” vom Tisch gewischt:

Von Kant her gesehen ist die höchste Tugend die Überwindung der Tugenden zugunsten des Selbstzwecks der Pflicht.

und eben nicht die Imitation eines anderen. Das klingt zwar irgendwie nach Preussischem Pflichtgehorsam, hat aber mit Kant, so weit ich ihn gelesen habe, nichts zu tun: Pflicht selbst ist kein Selbstzweck. Aber es klingt eben auch so gut, dass Patrick Bahners den Federhandschuh aufnimmt und das ganze in einem Fernsehkritiktext verwurstet, in dem er dann wiederum versucht, Richard von Weizsäcker selbst als Reinkarnation von Friedrich, dem Großen, darzustellen.

Es ist eben Fernsehen oder um es mit Richard von Weizsäcker zu sagen “alles großer Blödsinn”.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Neuer Tag, neue Schrift – nur für alle interessant, die die Seite direkt ansurfen: Hier gibt es nun alles in Microsofts Georgia und nicht mehr im von Google bereitgestelten Crimson Text zum Lesen angeboten. Letztere tat’s in Chrome lustigerweise nicht berauschend.

Wenn ich hier schon über Schriften reden, dann sicher auch deswegen, weil heute morgen wenig Umwerfendes einem entgegenspringt: Merkel bekräftigt einmal mehr in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung ihre Ablehnung von Euro-Bonds. Ansonsten gibt es dort viel Europa-Metaphorik zu lesen.

Max Giermann war für einen Auftritt in meiner Heimatstadt. Wird ja auch alles mitgefilmt heutzutage aus der zweiten Reihen. Ansonsten: Man muss wohl dabei gewesen sein.

Und während ich mir die Frage stelle: Lachen Leute heute eigentlich leichter über Banales als über Schwierigeres? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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